Hilfe zur Selbsthilfe II Planung eines Wohnhauses in der Eifel 2018/19
Entwurfs- und Genehmigungsplanung, Teile der Ausführungsplanung
Mitarbeit:
Anatol Bogislav
Fertigstellung:
voraussichtlich 2019
Auftraggeber:
privat
Immer häufiger werden wir damit konfrontiert, daß selbst bei kleineren Projekten nur Teilleistungen der traditionellen Architektenarbeit abgerufen und "der Rest" in sogenannter Eigenleistung oder, in diesem Fall, Eigenregie, vom Bauherrn weitergeführt werden.

Die meist, zumindest im Hinblick auf die Wünsche, sehr knappen Budgets, führen zu dem Gedanken, zuerst einmal an der Planung zu sparen. Fertighausindustrie und clevere Ausführungsfirmen unterstützen diese "Sparidee", weil sie so ihre Produkte einfacher an den Mann bringen, ohne Aufpasser arbeiten können und daran gut verdienen.

Wir halten diese Herangehensweise angesichts der landauf landab zu bewundernden Ergebnisse für fatal, lassen uns aber gelegentlich auf solche Teilbeauftragungen ein, wenn wir das Gefühl gewinnen, daß es für die Bauherren nicht nur darum geht, den Bauantrag einzustreichen und dann zu machen was man oder die ausführende Firma für richtig hält, sondern wirklich Interesse an einem schlüssigen räumlich / funktionalen Konzept und dessen Umsetzung besteht.

Bei diesem Projekt gestaltete sich der Auftrag so, daß wir bis zur Genehmigungsplanung komplett beauftragt waren. Da die Bauherren aus Familien aus dem Baugewerbe stammen und somit auf professionelle Unterstützung zurückgegriffen werden konnte, sollte das Haus unter Hinzuziehung weiterer Handwerker in Eigenregie der Bauherren, aber nach ausdrücklichen Wunsch immerhin auf Grundlage der Architektenpläne entstehen. Diese wurden in einem zweiten Planungsschritt noch um Ausführungspläne für die wesentlichen Ausführungsdetails ergänzt.

Die Aufgabe bestand darin, ein bescheidenes, aber räumlich anspruchsvolles Einfamilienhaus zu planen. Explizit gefragt war ein "mutiger, gleichwohl regional angepaßter" Entwurf.

Einfamilienhäuser in standardisierten Bebauungsplänen wie dem hier vorliegenden folgen in der Regel immer dem gleichen Schema: Baurechtlich vorgegeben sind freistehende Häuser, um die Topographie zu erhalten, vermeintlich wenig Landschaft zu verbrauchen und eine Durchgrünung zu erzielen. Vorgegeben wird dann noch die Dachneigung als Reminiszenz an die Bautradition, ggf. noch ein Materialkanon vorgeschlagen.

Nun kann man grundsätzlich darüber streiten, ob ein freistehendes Einfamilienhaus überhaupt eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Art der Bebauung ist. Was man aber in jedem Fall bei fast allen Beispielen im ländlichen Raum feststellen kann ist, daß das Ziel einer durchgrünten, durch die bestehende Landschaft geprägten Siedlung selten erreicht wird, weil 1. all diese Gebäude in der Regel auf angeschüttete Hügel gestellt werden (Fertighäuser lassen sich in der Regel nicht an die Geländehöhen anpassen), die die vorhandene Topographie negieren und 2. mit Anbauten versehen werden, die bis an die Grundstücksgrenze reichen, dort auf die Garagen des Nachbarn treffen, und somit eine "Durchgrünung" und die Idee von einem freistehenden Haus von Anbeginn an ad absurdum führen. Mangelnde Fähigkeiten von Planern und mangelnde Durchsetzungskraft von Gemeinden bei der Durchsetzung von Planungsvorgaben ergänzen sich dabei meist in fataler Weise.

Das Haus hier versucht dennoch, solche ursprünglichen Ideen des B-Plans zu berücksichtigen:
- das Gebäude einschließlich seiner Nebengebäude hält rundum Abstand zur Grundstücksgrenze, so daß zwischen den einzelnen Häusern tatsächlich Grünräume entstehen könnten;
- die Gebäudeanordnung ermöglicht einen baulich gefaßten und geschützten Freibereich als Erweiterung des Innenraums;
- das Haus folgt auch im Inneren der Topographie, so daß "von allein" eine Abfolge von niedrigen und hohen, engen und weiten Räumen entsteht, die den Blick in die Landschaft auf vielfältige Art und Weise Rahmen;
- das alles passiert in einem einfachen rechteckigen Baukörper, der von einem weit auskragenden Satteldach geschützt wird.

Für das bewußt einfache und robuste räumliche Grundkonzept wurden Vorschläge für geometrisch exakte aber einfache Details erarbeitet, von denen wir hoffen, daß sie auch ohne intensive Baubetreuung realisiert werden können und dem Haus den gewünschten Charakter geben.

Wir drücken den Bauherren die Daumen und sind gespannt auf das Ergebnis!
Hilfe zur Selbsthilfe I Umbau einer denkmalgeschützten Villa im Bergischen Land
Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung;
Ausschreibungen und Bauleitung;
Mitarbeit/Projektleitung:
Felix Engelhardt
Fertigstellung:
2019
Auftraggeber:
privat
Fotos:
Viola Epler
Das vor ca. 100 Jahren als "Beamtenwohnhaus" für Mitarbeiter einer Papierfabrik gebaute Haus in Bergisch Gladbach sollte unter Erhalt bzw. Wiederherstellung der historischen Bausubstanz für eine junge Familie umgebaut werden.

Angesichts des im Verhältnis zu Größe und Zustand des Hause sehr knappen Budgets wurde zunächst versucht, das Raumgefüge mit minimalen baulichen Eingriffen an neue Nutzungsanforderungen anzupassen. Nach einem verheerenden Wasserschaden kurz vor Baubeginn mußten auch diese Überlegungen verworfen und der Fokus ausschließlich auf Sanierung und Wiederherstellung des Bestandes gelegt werden. Das Dach wurde noch komplett saniert, aber ursprünglich geplante Arbeiten an Fassade und Außenanlagen wurden zurückgestellt, ebenso der Ausbau der Dachgeschosse. Dazu sollten erhebliche Teile der Baumaßnahme, für die (wie sich oft herausstellt: vermeintlich) keine besonderen handwerklichen Fähigkeiten notwendig sind, in Eigenleistung durch die Bauherren erbracht werden.

Die Koordinierung zwischen professionell durch Fachfirmen ausgeführte Baumaßnahmen und den vielen in Eigenleistung zu erbringenden Arbeiten wurde zu einem komplizierten und aufwändigen Balanceakt, in dem immer wieder die finanziellen Möglichkeiten gegen handwerkliche Qualität und Werkgerechtigkeit, zumal unter Gesichtspunkten des Denkmalschutzes, abgewogen werden mußten.

Zum Glück erwies sich jedoch die Gebäudesubstanz als so hochwertig, daß sie im wesentlichen erhalten und lediglich, wenn auch vielerorts mit verbleibenden Gebrauchsspuren, repariert und an technische Neuerungen angepaßt werden konnte. Die Reparaturarbeiten sollen auch nach dem Einzug noch in Eigenleistung weitergeführt werden.

Wieviele der heute neu gebauten Häuser werden sich wohl in hundert weiteren Jahren so gut sanieren und weiterbenutzen lassen wie dieses vor hundert Jahren erstellte Gebäude?
Türen auf in Türnich Zukunftsensemble Schloss Türnich
Städtebaulicher Realisierungswettbewerb;
Teilnahme nach Bewerbungsverfahren 2017;
In Zusammenarbeit mit Kunst + Herbert Architekten / Hamburg und Dirk Melzer Landschaftsarchitekt / Köln;
Auslober:
Stadt Kerpen / Eigentümer Schloss Türnich
Für das Schlossgelände in Türnich sollte in einem interdisziplinären Wettbewerbsverfahren ein städtebauliches Gesamtkonzept erarbeiten werden. Für das historische Wasserschloss in Türnich gab es differenzierte Nutzungsideen der Auslober, die in einem Masterplan räumlich zusammengefaßt werden sollten. Einzelne Bereiche daraus sollten bereits im Wettbewerb planerisch vertieft werden. Neben der Sanierung und der Neuorganisation des eigentlichen Schlossgeländes und dessen baulichen Anlagen galt es, die vorhandenen angrenzenden Landschaftsbereiche besser mit der Schlossinsel zu verbinden und die räumlichen und funktionalen Verzahnungen mit der unmittelbar angrenzenden Stadt zu verbessern.


Auszug aus den Erläuterungen zur Wettbewerbsarbeit:

Trotz der geographischen Verbundenheit der Schlossanlage mit der Ortschaft, haben beide Bereiche derzeit kaum sichtbare Verknüpfungen: Man kann den Ort passieren ohne die Schlossanlage wahrzunehmen. Andersherum kann man Stunden im Park verbringen und ihn wieder verlassen, ohne mit dem Ort in Kontakt zu treten. Weiter vermutet man hinter dem Schloss weder einen vorbildlichen landwirtschaftlichen Betrieb noch den Zugang in eine (zukünftige) attraktive Freizeitlandschaft. Die Schlossanlage selbst erscheint auf angenehme Weise aus der Zeit gefallen. Der neugierige Spaziergänger wird zum kindlichen Entdecker wenn er quasi „unter Beobachtung“ das Areal für sich entdeckt, um die vermuteten verträumten Landschaftseindrücke zu erleben. Verbunden mit der Vergangenheit, von ihr gezeichnet, der Gegenwart daher eher misstrauend, der Zukunft noch nicht gewiß, stellt sich der Ort heute dar. Vermutlich liegt in dieser Situation auch der Grund für die in der Auslobung festgestellte „wohltuende Wirkung eines Besuches auf Schloß Türnich“ und die beschriebene Wahrnehmung als „spiritueller Ort“. Um diesen Ort mit seiner besonderen Atmosphäre zu erhalten soll und muss sich vieles ändern. Aus diesem Paradoxon heraus entwickelten wir das Motto "Sorgfältig bewahren, beherzt verändern und so pragmatisch die Poesie des Ortes weiter entwickeln!"


Folgende Maßnahmen wurden dazu vorgeschlagen:

1_ Freilegen und Entwickeln von Sichtbeziehungen zwischen Ortschaft, Schloss- und Schlosspark und Landschaft.

2_ Einrichtung funktionstüchtiger Stadträume im Eingangsbereich zum Schlossgelände

3_ Neuordnung und Ergänzung der Nutzungen auf dem Schlosshof

4_ Errichtung eines modellhaften landwirtschaftlichen Betriebshofs mit „Energiedach“

5_ Entwicklung eines beispielhaften Wohnparks mit Möglichkeiten zur Selbstversorgung und Tierhaltung.

6_ Vernetzung von Produktions- und Erlebnislandschaft durch veränderte Erschließung, Strukturierung und Pointierung der landwirtschaftlichen Betriebsflächen und der angrenzenden Landschaftsbereiche durch Aussichtspunkte, Rundwege, Spiel- und Erlebnisangebote.
Haus für Hühner Hühnerstall in Holzmülheim
Entwurfs- und Ausführungsplanung, Ausschreibungen, Bauleitung;
Fertigstellung:
2018
Fotos:
Viola Epler
Das Haus bietet Platz für Aufenthalt und Aufzucht für Hühner und die Aufbewahrung sämtlicher zur Pflege notwendiger Gegenstände und Materialien. Aus der sorgfältigen Analyse funktionaler Zusammenhänge wurde eine eigenständige Konstruktion jenseits üblicher Baumarktprodukte und -materialien entwickelt: Schutz, Licht und Luft für glückliche Hühner und einfache und bequeme Bedienbarkeit für deren Halter prägen diesen präzise gefügten Baukörper. Die Konstruktion aus Furnierschichttafeln wurde in der Werkstatt vorgefertigt.
Wohnen für eine Weile Umbau und Sanierung der Burg Bachem
Wohnen für eine Weile — Umbau und Sanierung der Burg Bachem von lüderwaldt architekten unter den "best of best" beim ICONIC AWARD 2019 des German Design Council. LINK
Wohnen für eine Weile — Umbau und Sanierung der Burg Bachem von lüderwaldt architekten nun auch unter den "WINNERN" beim GERMAN DESIGN AWARD 2020 LINK
  
Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung, Auschreibungen, Bauleitung;
Mitarbeit: Felix Engelhardt, Hendrik Reinhold;
Fertigstellung:2018
Auftraggeber:privat
Fotos:Viola Epler und Lukas Roth
Die Burg Bachem ist die größte und am besten erhaltene von drei historischen Burganlagen in dem südwestlich von Köln gelegenen Ort Bachem.

Die Spuren der Wasserburg reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Im Zuge einer wechselvollen Geschichte war sie bis ins 18 Jahrhundert hinein immer wieder erheblichen baulichen Veränderungen ausgesetzt. Der danach in unmittelbarer Nähe einsetzende und über ca. 100 Jahre durchgeführte Braunkohletagebau bescherte der Burganlage zahl- reiche Bauschäden. Diverse Zwischennutzungen mit schädigenden Eingriffen setzten dem Gebäude weiter zu. Mitte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts entschied sich der Eigentümer, die gesamte Anlage wieder selber zu nutzen, sie dazu umfangreich zu sanieren und damit den weiteren Niedergang zu stoppen. Gut vierzig Jahre später wurde das Hauptgebäude der denkmalgeschützten Anlage nun noch einmal umgebaut, um es den sich verändernden Lebensgewohnheiten und heutigen technischen Anforderungen anzupassen und den Be- trieb der Anlage auf eine zukunftsfähige wirtschaftliche Basis zu stellen.

In das vormals für eine Grossfamilie konzipierte Gebäude wurden sieben Wohneinheiten implementiert. Sechs davon werden "auf Zeit", also komplett möbliert und ausgestattet vermietet, eine ist der Nutzung durch den Eigentümer vorbehalten.

Unter Ausnutzung des denkmalgeschützten und räumlich überaus vielfältigen Bestandsgefüges wurden die Wohnungen nach dem Grundsatz entwickelt, nach dem eine gute Wohnung wie eine kleine Stadt funktionieren sollte: die Funktionsbereiche werden durch vielfältige Wege- und Blickbeziehungen durch die abwechselnd weiten und engen Räume der Wohnungen miteinander verknüpft.

Respektvoller und fachgerechter Umgang mit den vielfältig modellierten Wänden, Decken und Böden aus dem Be- stand, präzise Fügung und Einfügung von neuen Bauteilen, sensibler Einsatz von Materialien und deren Oberflächenbearbeitung und sorgfältige Führung von Kunst- und Tageslicht charakterisieren die Räume in der Burg Bachem nach dem Umbau.

Unter dem Namen BurgBachemBoarding wird das Haus zu einer neuen Adresse für Menschen, die für eine Weile geschäftlich in der Stadt Köln zu tun haben oder einfach für mehrere Monate oder auch Jahre das Leben in der Metropole geniessen wollen. Sie finden dazu hier direkt vor den Toren Kölns ein einzigartiges Wohnambiente, das Ergänzung und Kontrast zum hektischen Stadtleben bietet: Großzügige, helle und individuell ausgestattete Wohnungen zwischen alten Mauern inmitten von Wiesen und Wäldern.
Wohnen im Pumpenwärterhaus Umbau und Sanierung in Mechernich
Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung, Ausschreibungen, Bauleitung;
Fertigstellung:2016
Auftraggeber:privat
Fotos:Viola Epler
Wohnen im Pumpenwärterhaus _ Umbau und Sanierung eines Industriedenkmals in Mechernich

Das im Jahre 1908 erbaute Pumpenwärterhäuschen an der Auffahrt zum Gut Hombusch in Mechernich war in die Jahre gekommen: Über Jahrzehnte innen und außen durch diverse Umbauten und Ergänzungen überformt, dadurch zum Teil erheblich beschädigt und mit technischen und funktionalen Mängeln behaftet, mußte das Gebäude, um es überhaupt weiter vermieten zu können, grundlegend saniert werden. Offensichtlich einmal mit hohem architektonischen Anspruch errichtet und sorgfältig in die Landschaft eingepasst, drohten diese ehemaligen gestalterischen und funktionalen Qualitäten unterzugehen: Das Innere war durch diverse Einbauten und eine Unmenge von ungeschickten Reparaturmaßnahmen der Vormieter weitgehend zerstört. Keller und Erdgeschoss wiesen erhebliche Feuchtigkeitsschäden auf, die Wärmedämmung der Außenhülle erwies sich als unzureichend, die Haustechnikanlagen waren marode, eine Heizung nicht vorhanden. Die äußere Erscheinung wurde durch zahlreiche Anbauten und grobe Eingriffe in die Gebäudehülle gestört. Der angrenzende Wald verschattete das Gebäude stark.

Nach umfangreichen Schadensanalysen und Studien zu möglichen Nutzungserweiterungen wurde die Anlage in behutsamen Schritten den aktuellen Bedürfnissen angepaßt und umgebaut.

Übergeordnetes gestalterisches Ziel war, die sorgfältig ausgewählten und werkgerecht gefügten Materialien des Bestandgebäudes zu bewahren und wo immer mit vertretbarem Aufwand mög- lich zu reparieren. Die Außenhülle wurde von Anbauten befreit und repariert, Originalfensteröffnungen wieder hergestellt. Im Inneren waren die Originalmaterialien nicht mehr erkennbar. Sie mußten durch Abtragen der angesammelten Schichten überhaupt erst einmal erkundet werden. Die Gebäudestruktur war durch vielfache Um- und Einbauten verschwunden, Original und nachträgliche Einbauten vielfach ineinander verschränkt, so dass wir den Mut fassten, im Innern radikal vorzugehen und die bestehenden Innenwände bis auf die statisch unbedingt notwendigen Teile auszuräumen, um Luft zu schaffen für großzügigere, lichtdurchflutete Räume und Raumfolgen. Das neue Garagengebäude ist als einfacher, flacher, und scharf konturierter Holzkubus ausgeführt und so positioniert, dass die Zufahrt räumlich gefasst wird, das Bestandsgebäude jedoch nach wie vor frei in der Wiesenlandschaft stehend zur Geltung kommt. Bei Nacht wird diese Wirkung durch sanftes Streiflicht auf die Rundung des Treppenturms, die rauhe Gebäudeoberfläche und die charakteristischen Dachkanten akzentuiert.
Haus H_in_K Sanierung, Umbau, Dachausbau in Köln
Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung, Ausschreibungen und Bauleitung;
Mitarbeit:Felix Engelhardt
Fertigstellung:2015
Auftraggeber:privat
Fotos:Tomas Riehle
Ein Haus aus den 50er Jahren wurde von uns erstmals im Jahre 1995 umgebaut. Übrig blieb damals eine nicht sanierte Dachgeschosswohnung. 20 Jahre später war es soweit, dass auch diese Wohnung umgebaut werden sollte.
Die grundsätzliche Gebäudeform wird beibehalten, die beim ersten Umbau hergestellten Traufkanten und Ortgangverläufe aufgenommen. Statt drei kleiner Gauben wird strassen- und gartenseitig jeweils eine überhöhte Gaube mit Gegengefälle zum Dach ausgebildet. Der „Massivbau“ aus den 50er Jahren, mit ca. 12 cm dicken Betondecken und minimierten Bimssteinwänden, erwies sich als äusserst fragile Grundstruktur und in weiten Teilen für die Aufnahme von zusätzlichen Lasten ungeeignet. Minimierung und gleichmäßige Verteilung der Lasten auf die darunterliegenden Wände wurde zum bestimmenden Thema. Resultat ist eine leichte Holzkonstruktion, in der die zentralen tragenden Elemente sichtbar bleiben und raumbildend werden. Zwei in der Werkstatt vorgefertigte, in Gebäudemitte angeordnete Wandscheiben aus Furnierschichtholztafeln werden konstruktiv, räumlich und funktional zum Rückgrat der neuen Dachkonstruktion:
  • Sie unterstützen die von Giebelwand zu Giebelwand spannenden Mittelpfetten,
  • verteilen diese punktförmigen Lasten linienförmig auf die darunterliegenden Bestandswände
  • und dienen zur Horizontalaussteifung der Dachkonstruktion.
Die weiss lasierten Holztafeln fungieren darüber hinaus als Raumteiler zwischen den dienenden, gestapelten niedrigen Räumen auf der einen Hälfte des Dachgeschosses und dem hohen, der Dachform folgenden, die großen Gauben auf Strassen- und Gartenseite verbindenden Hauptraum auf der anderen. Gleichzeitig beherbergen die beiden parallel angeordneten, jedoch unterschiedlich perforierten Wandscheiben Kochnische, Abstellräume, Schränke, Regale und die auf die Empore führende Treppe. Verdeckt angeordnete Lichtquellen unterstützen die skulpturale Wirkung und beleuchten die angrenzenden Räume. Aus wenigen hochspezialisierten Einzelbauteilen entsteht ein lebendiges, lichtdurchflutetes Raumgefüge innerhalb der Konturen des ursprünglichen Gebäudes, dass über die grossen Gaubenfenster großartige Blicke in die Baumkronen erlaubt und großzügig zu den angrenzenden Grünanlagen geöffnet werden kann.
Lernen international Sanierung und Erweiterung der deutschen Schule in Bilbao/Spanien
Zweistufiger Realisierungswettbewerb nach Auswahlverfahren 2015;
2. Phase
Mitarbeit:Felix Engelhardt
Auslober:Bundesrepublik Deutschland (BBR Berlin)
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:

Um die Schule als Ort der Begegnung zu stärken und die Lern- und Aufenthaltsqualität langfristig zu sichern, verfolgt unser Entwurf sechs wesentliche Ziele:
  • die Schaffung einer "neuen, grünen Mitte" auf dem Schulgelände;
  • die Errichtung eines sichtbaren, attraktiven und funktionstüchtigen Entrees;
  • die Ergänzung und Erweiterung der Schulhäuser ohne zusätzliche Inanspruchnahme von weiteren Freiflächen;
  • den quantitativen Erhalt der Freiflächen und die Steigerung ihrer Aufenthaltsqualität;
  • die Verbesserung der Übersichtlichkeit und Nutzbarkeit der vorhandenen Schulhäuser;
  • die Verbesserung der Verbindung von Innen und Außenräumen für Lern- und Aufenthaltsräume.
Dazu werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

1. Positionierung der Sporthalle _ Voraussetzung für die neue grüne Mitte
Das für Grundstücksgröße und -zuschnitt eher unverträgliche Bauvolumen einer Dreifachsporthalle wird am Fuße des Grundstücks positioniert und unter Ausnutzung der bestehenden Topographie so in den Hang hineinge- schoben, daß das Hallendach ein zentrales Plateau auf der Mitte des Hanges, „über der Stadt“ und mit Ausblick auf diese bildet. Das weiter ansteigende Terrain bildet eine "natürliche" Tribüne für den neuen Sportplatz, deren Ende durch die Ein- und Ausgänge zur Sporthalle (gleichzeitig behindertengerechte Überwindung des Höhenunterschiedes vom bzw. zum Eintritt auf das Schulgelände) markiert werden

2. Neues Entree mit Vordach und Promenade _ das zukünftige Bild der Schule nach außen
Die neue Vorfahrt und der neue Eingang zum Schulgelände werden durch ein längsgerichtetes begeh- und belaufbares Vordach überspannt. Das Dach ist entsprechend der statischen Momentenlinien sanft gefaltet: Es spendet Schatten und bietet Schutz bei Regen, es fungiert, von unten angestrahlt und über seine abwechselnd schrägen, hel- len Betonflächen reflektierend, als Beleuchtung von Eingang und Vorfahrt. Es kann darüber hinaus für kommunikati- ve Zwecke genutzt werden: als Träger von Schrift und Zeichen auf Tafeln, Vorhängen oder lektronischen Vorrichtun- gen, die über Aktivitäten der Schule, in der Sporthalle oder auch im Stadtteil und der Stadt Informieren.

3. Neubau, Umbau und Erweiterung der Gebäude
Bei Neubau, Umbau und Erweiterung von bestehenden Gebäuden ist unser oberstes Ziel, dies möglichst ohne zusätzliche Inanspruchnahme von jetzigen Freiflächen zu bewerkstelligen, um den Charakter der parkähnlichen Anlage zu erhalten bzw. zu stärken und eine hohe Nachhaltigkeit im Flächenverbrauch und der Nutzung bestehender Strukturen zu erzielen.

4. Neustrukturierung der Erschließungswege und Freiflächen
Die Freiflächen gliedern sich in vier wesentliche Bereiche:
  • das neue Entree, trichterförmig vom Eingangsbereich aufs Gelände ansteigend;
  • die neue grüne Mitte zwischen einem oberen und unteren Höhenweg
  • die Sport- und Promenadenflächen
  • und die hinter Grundschule sowie Gymnasium liegenden steilen Hangflächen.
Alle Bereiche werden verbunden durch ein System von Rundwegen über das Grundstück, in dem die hochgelegene Promenade über dem Eingang der zentrale Dreh- und Angelpunkt bildet: Ausblick auf die Stadt und Zeichen für einen besonderen Ort in der Stadt.
Botschaft für Georgien Deutsche Botschaft in Tiflis / Georgien
Realisierungswettbewerb nach Auswahlverfahren 2014
Mitarbeit:Felix Engelhardt
Auslober:Bundesrepublik Deutschland (BBR Berlin)
Fotos:Viola Epler
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:

Die Nutzung des terrassierten Grundstücks zur Inszenierung der schönen Ausblicke auf Stadt und Umgebung und der Wunsch des Bauherrn nach einem offenen, einladenden und repräsentativen Haus bilden die Grundlage für unseren Entwurf.

Durch die in Lage und Höhe gestaffelte Anordnung von Kanzlei und Residenz entstehen zwei unterschiedliche Freiräume:
  • der der Straße und der Stadt zugewandte, leicht aus der Umgebung gehobene Botschaftsplatz, der bei der Ankunft auf dem Botschaftsgelände einen ersten Blick ins weite Tal erlaubt und von dem alle Einrichtungen der Botschaft erschlossen werden;
  • der nach Südwesten orientierte Botschaftsgarten, großzügig ausgreifend und die bestehende Vegetation in den neuen Landschaftsgarten einbeziehend.
Aus dieser fast lieblich anzuschauenden Umgebung wächst das ziegelrote Gebäudeensemble der neuen deutschen Botschaft heraus, gestaffelt dem Hang folgend und dabei immer wieder neue Ausblicke in die Umgebung einfangend. Es wird dabei selbst als plastisch gegliederte, scharfkantige, steinerne Skulptur inmitten der leicht ge- wellten Landschaft sichtbar, ohne jedoch die Umgebung ungebührlich zu dominieren. Die beiden höheren, geometrisch klar geschnittenen Gebäudekörper von Kanzlei und Residenz werden dabei über ei- nen Sockel, der nach Norden in einen den Platz fassenden eingeschossigen Wirtschaftsflügel übergeht, funktional und optisch miteinander verknüpft.

Oberhalb des "Botschaftsplatzes" entsteht so die "Botschafterebene" mit den Büros des Botschafters und seines Stellvertreters und den Fachabteilungen für Wirtschaft, Politik und Kultur. In der Residenz wird diese Ebene durch die repräsentativen Empfangsräume des Botschafters besetzt. Er kann auf die- ser Ebene mit seinen Gästen auf kurzem Weg von seinem Arbeitsplatz in seine privaten Räume in der Residenz wech- seln oder auch, z.B. während eines Empfangs, besondere und interessierte Gäste in sein Arbeitszimmer in der Kanzlei geleiten. Die beiden Hauptgebäude sind dazu so positioniert, daß dabei immer wieder reizvolle Blickverbindungen zwischen Botschaftsgarten und Botschaftsplatz und hinaus in die Landschaft entstehen.
Pädagogisches Zentrum Erweiterung einer gymnasialen Oberstufe in Olpe
Realisierungswettbewerb nach Auswahlverfahren 2014
Mitarbeit:Friedrich Prigge
Auslober:Stadt Drolshagen
Fotos:Viola Epler
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:

Den bestehenden, eher introvertierten, verschlossen wirkenden Schulgebäuden wird ein offener, pavillonartiger Kubus zur Seite gestellt.

Der neue Baukörper gliedert das Schulgelände in vier Außenräume:
  • Vor der Schule entsteht eine weitläufige Plaza vor der Eingangsloggia des neuen Schulhauses mit Ausblick über den im Tal liegenden Ort;
  • zwischen der bestehenden Schule und dem neuen Haus entsteht ein geschützter Hof mit einer breiten Freitreppe und einem großen schattenspendenden Baum;
  • vor dem Eßsaal entsteht eine begrünte Terrasse zur Herrnscheider Strasse ;
  • der obere Pausenhof wird durch das neue Gebäude auf der Ostseite räumlich gefaßt, das bestehende "Amphitheater" erhält mit dem überdachten Eingang eine neue "Bühne".
Aus der bestehenden Topograhie entwickelt sich das Raumgefüge des Gebäudes. Eingefaßt von einer großen Freitreppe im Norden und einer winkelförmig angeordneten Galerie entsteht ein zentraler zweigeschossiger Raum, der sich zum neuen Schulhof öffnet und so den Außenraum optisch und funktional mit in das Gebäude einbezieht. Das so entstehende Forum wird Teil des neu gefaßten Schulhofs, der Hof Teil des neuen Gebäudes. Unterstrichen wird dieser räumliche Zusammenhang durch die gemeinsame Freitreppe für Außen- und Innenbereich. Von hier aus überblickt man den Schulhof, den Forumsraum und das Treiben auf den Galerien zu den Aufenthalts- und Unterrichtsräumen.

Es entsteht eine lebendige, variabel nutzbare "Landschaft", die den vielfältigen im pädagogischen Konzept der Schule formulierten Anforderungen entgegenkommt:
  • ein Ort der zwanglosen Begegnung nach und zwischen den Unterrichtsstunden,
  • ein Ort für gemeinsame Aktivitäten,
  • ein Ort aber auch mit Rückzugsmöglichkeiten auf die Galerien, in die anschließenden Aufenthalts- und Unterrichtsräume, auf eine Bank unter dem schattenspendenden Baum, auf die großzügig bemessenen Sitzstufen mit Blick über Schulhof und in das anschließende Tal.
Im besten Fall entsteht so ein Ort, der den Schülern zur Heimat, aber auch über die Schulnutzung hinaus zu einem beliebten Veranstaltungsort für die Bevölkerung wird.
Botschaft für Ägypten Deutsche Botschaft in Kairo / Ägypten
Realisierungswettbewerb nach Auswahlverfahren 2014
1. Phase
Mitarbeit:Christina Enke
Auslober:Bundesrepublik Deutschland (BBR Berlin)
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:

Das neue Botschaftsgebäude der Bundesrepublik liegt wie ein großer, rauher, aus einem Felsen gehauener Stein- block inmitten der Parklandschaft der Nil-Insel Gezeira.

Einfache horizontal gelagerte kubische Geometrien und wüstenbeige gefärbte Wände und Dächer bestimmen zu- nächst den Charakter des Gebäudes, das sich gegen die scheinbar übermächtigen Gebäude der Nachbarschaft be- haupten muß.

Aus der Nähe entpuppt sich der vorher schwere Steinblock als Komposition aus gleichmäßig perforierten horizonta- len und vertikalen Flächen, die Garten und Gebäude schützend umfassen, vielfältige Ein- und Ausblicke erlauben und den Eindruck eines offenen Hauses evozieren.

Eindringendes Licht wird durch die Perforationen gefiltert, die grelle Sonne und damit die Hitze aus dem Hause he- rausgehalten; bei Dunkelheit leuchtet der Baukörper von Innen heraus.

Zwei große Öffnungen in der ansonsten kleinteilig perforierten, das gesamte Grundstück umfassenden Mauern mar- kieren die beiden Zugänge in die Botschaft
St. Hedwigs-Kathedrale Sanierung und Umbau der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin
Realisierungswettbewerb 2013
Mitarbeit:Friedrich Prigge
Auslober:Stadt Berlin
Auszug aus den Erläuterungen zum Wettbewerb:

"Einladend, offen, gewinnend, so wünsche ich mir ein Gotteshaus des 21. Jahrhunderts, in dem sich Gott und Mensch, Gott und Welt und die Menschen untereinander begegnen können."

Wir wollen diesen der Wettbewerbsauslobung vorangestellten Wunsch des amtierenden Erzbischofs aufgreifen, dazu zunächst die Sichtbarkeit der Kirche im Stadtraum steigern und durch eine verbesserte Aufenthaltsqualität im umge- benden Stadtraum die Einbettung des sakralen Gebäudes ins weltliche Gefüge der Stadt erreichen. Die winkelförmige Erweiterung des jetzigen Bernhard-Lichtenberg-Hauses wollen wir durch einen einfachen, das ur- sprüngliche Gebäude nach Westen erweiternden, Kubus ersetzt, um der Kirche einen größeren Wirkungsraum zu ver- schaffen. Weiterhin schlagen wir vor, den die Kirche umgebenden, von den Nachbargebäuden begrenzten Stadtraum so weit wie möglich von Verkehr und Einbauten freizuhalten und mit einem einheitlichen Belag zu pflastern. Eine funktionale Verbindung von Kirche und Lichtenberg-Haus erfolgt unterhalb der Platzoberfläche. Das Bernhard-Lich- tenberg-Haus wird im Erdgeschoss räumlich und funktional möglichst durchlässig ausgestaltet. Um die Kathedrale entsteht so ein zurückhaltender, die Üppigkeit und Pracht des Kirchenbaus zur Geltung bringender, baulicher Rahmen mit einem attraktiven, geschützten Freibereich unter einer schattenspendenden Platane zwischen Kirche und Bern- hard-Lichtenberg-Haus.

Das Hauptziel unserer Vorschläge für die Veränderungen im Innenraum der Kathedrale ist die Wiedergewinnung der für eine Bischofskirche notwendigen zeremoniellen Vielfalt. Wir schlagen vor, dazu das den Kirchenraum trennende Schwippertsche "Loch" (Zitat Schwippert) zu schließen und der Kirche so wieder eine räumliche, der Liturgie nicht im Wege stehende, sondern dienende Mitte zu geben.....und zwar im Erd- und im Obergeschoss. Gleichzeitig erscheint es uns dringend geboten, eine räumliche Verbindung zwischen Ober- und Unterkirche beizube- halten, allerdings in Umkehrung der Schwippertschen Lösung beiläufiger, nicht im Zentrum des Zentralraumes. Durch den vorgeschlagenen Umbau entstehen vier unterschiedlich große, atmosphärisch differenzierte und weitge- hend unabhängig voneinander und parallel nutzbare runde Zentralräume:

  • der große Kathedralraum der Oberkirche bis zur Kuppel - der von einem Ring aus Kapellen begrenzte Zentralraum der Unterkirche;
  • die Rotunde im Annexbau der Oberkierche unter der kleinen Kuppel,
  • und der sternenförmige Raum darunter.


Ein Ring aus Öffnungen entlang der Außenfassaden von Haupt- und Annexbau verbinden Ober- und Unterkirche zu einem auch vertikal zusammenhängenden Gefüge aus diesen vier Zentralräumen.
Wohnen wo die Bahn fuhr Wohngebäude auf ehemaligem Bahngelände in Opladen
Gutachterverfahren für ein Wohngebäude in der neuen Bahnstadt in Opladen 2013, 2. Preis
Mitarbeit:Christina Enke, Friedrich Prigge; In Zusammenarbeit mit Wolfgang Raderschall;
Auslober:Paeschke GmbH, Langenfeld
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:
Der Entwurf nutzt die vorgegebene städtebauliche Situation für
  • die attraktive Südlage der Aufenthaltsräume und Terrassen;
  • den attraktiven Ausblick von den Aufenthaltsräumen und Terrassen in das ""Grüne Kreuz"";
  • und die attraktive offenen Erschließungszonen auf allen Ebenen auf der Nordseite.
Die Wohnungen sind einfach und praktisch organisiert und durch folgende Merkmale charakterisiert:
  • zentrale und großzügige Diele mit direktem Zugang zu allen Räumen
  • Koch-, Ess-, Wohnbereich zwischen Nord- und Südseite als offene oder separierte Raumfolge;
  • gut belichtete Aufenthaltsräume mit vorgelagerten Terrassen;
  • kompakte, natürlich belichtete und belüftete Installationsbereiche;
Die Gebäude sind geprägt von
  • differenziert und sorgfältig gefügten Ziegelflächen unterschiedlicher Farbe;
  • großen, raumhohen Öffnungen zur Südseite zur passiven Nutzung der Sonnenstrahlen;
  • einem einfachen, ""natürlichen"" Sonnenschutz durch vorgelagerte, überdachte Terrassen und Dächer;
  • offenen, überdachten Loggien entlang der eher geschlossenen, hell verputzten Wohnungsfassaden;
  • und einer optimierten Erschließung über eine großzügig bemessene Treppen- und Aufzugsanlage.
Die Gebäude entsprechen höchsten Anforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit durch
  • konsequente Ausrichtung der Nutzungen nach energetischen Gesichtspunkten;
  • großflächige Nutzung der Dachflächen für Solarthermie und Photovoltaik;
  • hochgedämmte Wand- und Dachkonstruktionen;
  • dauerhafte Fassadenmaterialien;
  • kompakte Anordnung der hochinstallierten Wohnungsbereiche;
  • und eine einfache und robuste statische Grundstruktur
Bodøs urbane Storstue Rathaus in Bodø / Norwegen
Internationaler Realisierungswettbewerb 2013; Ankauf
Mitarbeit:Christina Enke, Friedrich Prigge;
Auslober:Stadt Bodø / Norwegen
Das Rathaus als "Wohnzimmer" in der Stadt war das Leitbild bei diesem Wettbewerbsprojekt. In der weit im Norden Norwegens gelegenen und von einer langen winterlichen Dunkelperiode geprägten Stadt sollte das Rathaus als offenes Haus, Aufenthaltsort und Treffpunkt fungieren. Das neue Gebäude wurde dazu sorgfältig in die vorhandenen Stadt- und Gebäudestrukturen eingefügt und mit den bestehenden Gebäuden verknüpft.
Gärten der Welt Besucherzentrum für die "Gärten der Welt" in Berlin
Realisierungswettbewerb, 2.Phase /Auswahlverfahren) 2013
Mitarbeit:Christina Enke, Friedrich Prigge;
Auslober:Grün Berlin GmbH
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:

Während der Fahrt über den Blumberger Damm taucht plötzlich parallel zur Straße eine markante Linie in der Landschaft auf: eine lange Natursteinmauer durchschneidet die sanften Hügel entlang der Straße; darüber schwebend ein horizontal gelagertes Dach; davor ein weitläufiger, mit lockeren schattenspendenden Baumgrup- pen bestandener Platz. Nachdem man die Kassenpavillons unter einer langgestreckten Pergolakonstruktion pas- siert hat, bündeln sich die Wege über diesen Platz zu einem breiten Weg auf dem Rücken des sanften Hügels. Das Auge fokussiert die weithin sichtbare Öffnung in der Mauer: Der Zugang zum neuen Besucherzentrum wird inszeniert als ein allmählicher, bedächtiger Aufstieg zum Tor in die ""Gärten der Welt"".
Beim Näherkommen entpuppt sich die aus Bruchsteinen gefügte Mauer als große begehbare Skulptur: Sie ver- bindet als Höhenweg entlang der äußeren Grenze der Parkanlagen die zukünftigen ""Gartenkabinette"", dient als Ausstellungsbereich für die ""Gesteine der Welt"" und ermöglicht einen phänomenalen Überblick über den Vor- platz und über die zunächst noch hinter der Mauer verborgene Parklandschaft.
Das große zweiflügelige Holztor am Ende des aufwärts führenden Weges öffnet sich selbsttätig und gibt den Blick frei über die bequemen Sitzlandschaften der Eingangshalle hinaus auf die Terrassen und weiter hinab über die Wiesen und Wege der weitläufigen Parkanlagen.
Auf deren höchstem Punkt gelegen, von einer kräftigen Mauer begrenzt und von einem weit in den Park ausgreifenden Dach geschützt, wird das neue Besucherzentrum als eigenständige Skulptur zum Aussichts- und Orientierungspunkt für die ""Gärten der Welt""

Das Gebäude ist in seinem Aufbau einer traditionellen ""Orangerie"", also einer Art Wintergartenkonstruktion vor einem massiven Gebäudeteil, nachemfpunden, so daß ein ungehinderter Ausblick in die Parkanlagen gewährleistet ist.
Rechts und links der Eingangshalle schließen ebenerdig die Veranstaltungssäle und das große Restaurant an. Beide Bereiche öffnen sich zum Park und werden über die rückwärtige Mauer ""angedient"":
Catering und Lagerräume für die Veranstaltungssäle, Küche und Theke für das Restaurant. Der Empfangshalle zugeordnete Servicebereiche sind beidseits des Eingangs in der ""Mauer"" untergebracht.
Das weitgespannte, einseitig auf der Mauer aufgelagerte Dach fungiert wie ein großer Schirm mit vielfältigen Funktionen: Es dient zunächst als Witterungsschutz gegen Regen, Wind und Sonne. Darüber hinaus ist es so ausgebildet, daß es über schachbrettartig angeordnete Glasfelder das Tageslicht und die Sonnenenergie filtert und hineinläßt. Die geschlossenen Dachfelder nehmen Solarpaneele auf, nach unten sind sie als Lichtdecken ausgebildet. Die hellen Dachbereiche vom Tage werden so am Abend und in der Nacht zu dunklen Flächen mit Ausblick in die Sterne, die am Tage dunklen Flächen erhellen das gesamte Eingangsbauwerk am Abend und in der Nacht. Die Lichtflächen sind so ausgebildet, daß sie unterschiedliche, auf die jeweilige Nutzung abgestimmte Beleuchtungsszenari- en ermöglichen und als Lichtskulptur vom Park und vom Blumberger Damm sichtbar werden.
Die Glasfassaden zum Park sind horizontal gegliedert: Die untere Zone ist über Schiebetore großflächig öffenbar, der Blendund Sonnenschutz erfolgt über innenliegende, flexibel einsetzbare Vorhänge. Die Glasflächen in der mittleren Zone werden mit im Scheibenzwischenraum liegenden Lamellen als Sonnenschtuzelemente ausgebildet. Die obere Zone wird durch das weit auskragende Dach weitgehend verschattet, die Gläser werden als Sonnenschutzgläser ausgebildet und erlauben einen ungefilterten Ausblick vom Höhenweg auf der Mauer bis weit hinaus in den Park.
Die ""Mauer"" beherbergt neben den bereits beschriebenen dienenden Funktionen für Restaurant, Eingangshalle und Veranstaltungssäle die über einen gesonderten Eingang und Treppenaufgang erschlossenen Nebenräume für die Küche, die Räume für die Mitarbeiter und weitere Lager, die von der Logistikfläche und vom Park erschlossenen Müllräume und die Technikräume. Die Mauer besteht aus Betonwänden mit einer vorgemauerten Schale aus grob gehauenen Bruchsteinen.
Der Höhenweg ist als Verbindung der im Masterplan vorgesehenen ""Gartenkabinette"" entlang der Parkgrenzen vorgesehen.
Aufgereiht, in regelmäßigen Abständen in die Brüstung mit eingemauert sind hier die ""Gesteine der Welt"" versammelt: Mineralien, Steine und geologische Besonderheiten wie Meteoritenreste aus allen Teilen der Welt werden hier in einer gesonderten Ausstellung auf dem Weg durch die ""Gartenkabinette"" ausgestellt.
Heimatgeschichte _ Westmünsterland "Kulturhistorischen Zentrums Westmünsterland" in Vreden
Realisierungswettbewerb 2013; 3. Preis
Mitarbeit:Friedrich Prigge, Christina Enke, Elisabeth Borghetto; in Zusammenarbeit mit Wolfgang Raderschall;
Auslober:Kreis Borken
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:
Stadtraum
Das neue ""Kulturhistorische Zentrum Westmünsterland"" in Vreden erstreckt sich vom alten Pulverturm/Haus Franke im Osten bis zum ehemaligen Stiftsbezirk um die Kirchen St. Felicitas und St. Georg im Westen. Es besetzt in diesem Abschnitt damit das gesamte Gelände des ehemaligen Befestigungsringes der Stadt zwischen Gasthausstraße und dem Stadtgraben. Das über die Jahre gewachsene Ensemble des Hamalandmuseums wird unter Berücksichtigung seiner neuen, in Zukunft über die reine Museumsfunktion hinausgehenden Bestimmung in seinen baulichen und funktionalen Zusammenhängen neu geordnet. Nach Westen wird das Quartier durch einen die Traufhöhen der Anschlußgebäude weiterführenden zweigeschossigen Neubau zum Kirchplatz hin abgeschlossen. Im Zusammenspiel mit der denkmalgeschützten Fassade der Stadtbibliothek erfährt der Kirchplatz an seiner süd.stlichen Ecke eine kraftvolle bauliche Fassung. Das so vervollständigte Ensemble bündelt die Wegeführungen zwischen den innerstädtischen und den vor dem historischen Stadtkern gelegenen Kultureinrichtungen entlang der ideellen ""Kulturachse"" in einer Museumspassage. Über diese Passage wird das ""Kulturhistorische Zentrum Westmünsterland"" erschlossen; über die Passage öffnet es sich dem Publikum und gewährt Einblicke in die umfangreichen und vielfältigen Aktivitäten des Hauses; über die Passage kann die Sonderausstellung bei besonderen Anlässen direkt zugänglich gemacht werden. Gleichzeitig markiert die Passage den Übergang zwischen historischem Stadtkern und dem vorgelagerten Naturraum der Berkelaue. Sie ist aus der Stadt kommend vom Kirchplatz über die Gasthausstraße gut einsehbar und erreichbar und wird von Süden als deutlich sichtbarer Stadteingang wahrgenommen. Die neue Brücke in Verlängerung der Passage faßt die bestehenden und geplanten Brücken über den Stadtgraben im Nahbereich zum Berkelkraftwerk zu einem markanten Übergang zusammen. Das ""Kulturhistorische Zentrum Westmünsterland"" wird so zur unmittelbar und für jedermann erfahrbaren zentralen kulturellen Einrichtung an der zukünftigen Kulturachse im Kulturquartier der Stadt Vreden. Ein in die Erdgeschossfassade des Neubaus eingelassenes historisches Stadtrelief, ggf. auch als interaktive Informationswand ausgebildet, stärkt die zentrale Funktion der Passage im Kulturquartier.

Gebäude
Der Eingang ins Gebäude erfolgt über die Museumspassage. Das Erdgeschoss des Bestandsgebäudes aus den achtziger Jahren wird dazu unter Beibehaltung seiner konstruktiven Grundstruktur zu einem rundum transparenten Foyer umgebaut; der Kopf des Gebäudes zur Gasthausgasse wird zu einer mehrgeschossigen Erschließungshalle. Diese Halle markiert den Kreuzungspunkt von Foyer/Passage einerseits und der rechtwinklig dazu angelegten Erschließungsspange von Ost nach West andererseits, die alle im Gebäude versammelten Kultureinrichtungen auf der Erdgeschossebene miteinander verbindet:
  • den Pulverturm/Haus Franke, erfahrbar und begehbar gemacht als archäologische Fundstelle;
  • die Räume für die Verwaltung, das Stadmarketing und den Heimatverein und für den Forschungs- und Lernbereich in den Bestandsgebäuden aus den siebziger Jahren;
  • das Schaumagazin für die Lampensammlung Dr. Touche im ehemaligen Armenhaus;
  • die zentralen Einrichtungen im Foyer und die ergänzenden Multifunktions- und Werkräume in den Obergeschossen des Bestandsbau aus den achtziger Jahren;
  • und den neuen Ausstellungskubus westlich der Passage bis zum Kirchplatz.
Gro.zügige Treppen- und Aufzugsanlagen entlang dieser Spange verknüpfen alle Ebenen in bestehenden und neuen Gebäuden:
  • eine Treppenanlage auf der Nordseite der Bestandsgebäude aus den siebziger Jahren verbindet die Magazin-, Lagerflächen und Nebenräume im Untergeschoss mit den neuen Verwaltungsräume im Erd- und mit den Einrichtungen für die Erforschung der Geschichte der Region im Obergeschoss;
  • am Kopf des zentralen Foyers im Bestandsgebäude führt eine gro.zügige zweiläufige Treppenanlage hinunter zum Eingang in die Dauer- und Sonderaustellungen des Hamaland Museums und hinauf zu den Multifunktionsund Werkräumen;
  • eine geradläufige Treppenanlage entlang der Nordseite des neuen Ausstellungsneubaus verbindet die Ausstellungsebenen im Neubau miteinander; der Lastenaufzug wird so gesteuert, daß er im Museumsbetrieb als öffentlicher Aufzug genutzt werden kann.

Die Erschließungsspange selbst ist gekennzeichnet durch vielfältige räumliche Verwandlungen:
Sie mündet im Osten in einen archäologischen Garten, erweitert sich zwischen den Bestandsgebäuden zu einer Museumsterrasse, entwickelt sich im Foyer zur mehrgeschossigen Halle und endet am westlichen Ende in einer sämtliche Ebenen des neuen Ausstellungsgebäudes erschließenden ""Himmelsleiter"", von deren oberstem Podest sich der Blick über den Kirchplatz in die Innenstadt öffnet. Die Spange wird markiert durch ageslichteinfall entlang einem sämtliche Gebäude durchlaufenden Oberlichtband. Der gesamte Gebäudkomplex wird unter Einbeziehung der vorhandenen Untergeschosse der Bestandsgebäude von Ost nach West unterkellert. Sämtliche Magazine, Nebenräume und Technikanlagen sind jeweils den darüberliegenden Funktionen zugeordnet untergebracht. Am westlichen Ende, auf kurzem Wege mit den Magazinräumen und den Ausstellungsräumen verbunden, liegt die Anlieferung mit Schmutzschleuse. Die oberirdischen Gebäude und Gebäudeteile bleiben als eigenständige Häuser erhalten:
  • Haus Franke und das Armenhaus werden unter denkmalpflegerischen Aspekten ertüchtigt bzw. wiederhergestellt.
  • Die Gebäude aus den siebziger und achtziger Jahren werden in ihrer Grundstruktur belassen. Ihre Erschließungsstrukturen werden jedoch jeweils komplett erneuert, da sie sowohl funktional als auch gestalterisch nicht den neuen Anforderungen genügen.
  • Das Gebäude aus den achtziger Jahren wird darüber hinaus im Sockelbereich geöffnet, so daß ein offenes, transparentes Foyer entsteht.
Das neue Ausstellungsgebäude bietet gro.zügig geschnittene und hohe Ausstellungsräume mit einer durchgehenden und einheitlichen Lichtdecke, die eine große Flexibilität für die Einrichtung einer abwechslungsreichen Dauer- und Sonderausstellung ermöglichen. Nach außen präsentiert sich das neue Haus als scharfgeschnittener Kubus. Gezielt angeordnete Fensterelemente in den Gebäudeecken und Erker an den Längswände geben den Blick auf Kirchplatz und Berkelkraftwerk frei und ermöglichen Blicke entlang der Gasthausstraße und dem Stadtgraben. Ein durch eine Wandscheibe vom Ausstellungsbereich abgeschirmter Leseraum öffnet sich zur westlich anschließenden Berkelaue. Um das neue ""Kulturhistorische Zentrum"" als zusammengehörigen Gebäudekomplex erfahrbar und nach außen erkennbar zu machen soll versucht werden, durch die Auswahl der Oberflächenmaterialien eine einheitliche Textur und Farbigkeit im Inneren und Äußeren herzustellen. Die Bestandsbauten und der Neubau erhalten dazu eine möglichst einheitliche Ziegelfassade. Bei den Bestandsbauten aus den siebziger Jahren wird eine neue Wärmedämmung aufgebracht, die nach außen durch eine neue Schale aus Ziegelmauerwerk verblendet wird. Im Zuge der Veränderungen am Gebäude aus den achtziger Jahren im Erdgeschoss und im Giebelbereich zur Gasthausstraße soll die Ziegelverblendung ersetzt werden. Der Neubau wird mit dem gleichen Ziegelmaterial bekleidet. Unter Einbeziehung der Sockelzone entlang des Stadtgrabens entsteht so von Ost nach West ein in Textur, Farbe und Maßstäblichkeit einheitliches Gebäudeensemble, daß sich in die vorhandene von Ziegeln geprägte Umgebung der Stadt Vreden eingliedert.

Energieeffizienz / Nachhaltigkeit
Im Hinblick auf eine sinnvolle Weiterbenutzung der bestehenden Gebäude ist eine sorgfältige Analyse des Bestandes angezeigt.
Aufgrund der bisher zur Verfügung stehenden Unterlagen erscheinen die vorhandenen Grundstrukturen leistungsfähig genug, um sie für die vorgeschlagenen Nutzungen und damit ressourcenschonend zu verwenden. Allerdings kann im Zuge einer notwendigen energetischen Ertüchtigung der Geb.udehüllen davon ausgegangen werden, daß die äußeren Gebäudeschichten weitgehend ersetzt bzw. ergänzt werden müssen. Dies wird, wie oben bereits beschrieben dazu genutzt, die äußere Erscheinung der Gebäude und Freianlagen zu vereinheitlichen, ohne damit jedoch die Eigenständigkeit der Gebäude zu negieren. Es wird angestrebt, die Gebäude weitgehend natürlich zu be- und entlüften. Dies wird angesichts der zu erwartenden Besucherströme jedoch nicht ohne maschinelle Unterstützung funktionieren. Um eine effiziente und die Betriebskosten minimierende Funktionsweise sicherzustellen werden RLT-Anlagen als Teilklimaanlagen ausgebildet.
Grundsätzlich werden dazu für in sich abgeschlossene Funktionsbereiche, wie z.B. Foyer mit Cafe, Multifunktionsräume, Ausstellungsflächen etc. gesonderte Anlagen vorgesehen. Der modulare Aufbau der Anlagen ermöglicht einen flexiblen, an die Nutzungserfordernisse angepaßten Betrieb. Durch variable Luftvolumenströme und den modularen Aufbau der Anlagen kann sowohl bei Minimalanforderung bei Teilbelegung als auch bei Vollbelegung ein behagliches Raumklima geschaffen werden Auch auf unterschiedliche Ausstellungssituationen kann so reagiert werden. ggf. können auch Module nachgerüstet werden.
Heimatgeschichte _ Bayern "Museums für bayrische Geschichte" in Regensburg
Realisierungswettbewerb 2013;
Mitarbeit:Friedrich Prigge, Christina Enke;
Auslober:Stadt Regensburg
Fotos:Viola Epler
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:
Ziele
Schaffung eines neuen Platzes inmitten der historischen Stadtlandschaft;
Ergänzung und Weiterführung von Stadtsilhouette und -grundriss;
Errichtung eines offenen und flexibel nutzbaren Hauses;
Schaffung eines lebendigen und abwechslungreichen Museumsrundganges.

Stadtraum und Außenanlagen
Die Ausrichtung des Gebäudes erlaubt die Schaffung eines neuen Platzes an der Kreuzung zwischen der bestehenden Nord-Südachse und dem Donauufer. Er ergänzt die bestehende Platzfolge entlang der Martin-Luther- Straße. Direkt am Donauufer gelegen, ist er gleichermaßen dem Naturraum der Donau und der historischen Altstadt zugewandt, gibt dem Brückenkopf der ""Eisernen Brücke"" Platz, dient als Terrasse mit Zugang zur Donau und bildet das Entree in die historischen Gassen der Altstadt. Gerahmt von einer Vielzahl sehr unterschiedlicher Gebäude und Funktionen birgt der neue Hunnenplatz das Potential für einen lebendigen städtischen Erlebnisraum mit hoher Aufenthaltsqualität. Diese entsteht nicht zuletzt durch die gut besonnte, einladende, räumlich vielfältig gegliederte und belebte Platzfassade mit Museumseingang, -shop und -restaurant. Der Platz bietet ausreichend Platz für den beliebten Wochenmarkt am Samstag direkt vor dem Gebäude. Das zweigeschossige Museumsrestaurant ist dabei wie geschaffen für eine Pause beim Einkauf. Die unterschiedlich geneigten Dachflächen des Museumsneubaus nehmen Fluchten und Dachneigungen der Bestandsgebäude entlang der Ostengasse auf und verlängern diese bis ans Donauufer. So entsteht eine markante Silhouette entlang der Donau, die am Rand bestehende Gebäudehöhen aufnimmt und sich in Verlängerung der Trunzergasse über einem spektakulären Atrium bis über die unmittelbar angrenzenden Gebäude zu einer hochgelegenen Aussichtsplatform aufschwingt. Die Flächen um das Gebäude werden entsprechend dem Verkehrskonzept der Stadt Regensburg nach dem Prinzip des ""shared-space"" ausgebildet. Das ermöglicht eine weitgehend homogene Belagsfläche aus Natursteinen oder farbigen Betonwerksteinen. Soweit noch Markierungen für den Verkehr notwendig werden, sollen diese über farbig abgesetzte Pflasterungen oder Wechsel in den Belagsgrößen hergestellt werden.
Die Planung nimmt die bisher entwickelten städtischen Planungen für die Uferausbildung auf, die Lage der Rampe für die Abfahrt von Bussen ans Donauufer wird auf die Platzkanten bezogen. Das Erdgeschossniveau des neuen Hauses liegt oberhalb des vorgegebenen ""Freibordes"" für das sogenannte ""Jahrhunderthochwasser"". Besondere Maßnahmen diesbezüglich werden damit nicht notwendig.

Gebäude
Das neue Museum präsentiert sich als offenes, lebendiges und eng mit dem öffentlichen Raum vernetztes Gebäude. Die Eingangsfassade zum neuen Platz ist als überdachte zweigeschossige, belebte Loggia ausgebildet, die einen großzügigen Einblick und Eingang ins Museumsfoyer erlaubt. Museumsshop und -restaurant sind hier angeordnet und können unabhängig vom Museum betrieben werden. Das Foyer verlängert den städtischen Platz vorbei an Kasse, Schauraum und Wartebereich entlang einem großen Panoramafenster zur Donau bis tief in das neue Gebäude hinein zu den Räumen für Wechselausstellungen, Vorträge, Musik- und Theatervorführungen und sonstige Veranstaltungen. Die Kassenanlage liegt an zentraler Stelle vor dem großen Fenster zur Donau, gegenüber ein Wartebereich, über den die Garderoben und WC Anlagen im Untergeschoss erschlossen werden.
Am Ende des langestreckten Foyers öffnet sich das Gebäude über ein spektakuläres Atrium mit den versetzt angeordneten Ausstellungsebenen bis unter das bewegte Dach. Eine gradläufige Treppe markiert den Einstieg in den Museumsrundgang. Dieser führt zunächst auf die Ebene für die Dauerausstellung 1, einer gro.zügig bemessenen, stützenfreien Halle bis über 8m Höhe mit Installationen, Darbietungen und Ausstellungen rund um das Thema ""Traditionen"". Für den schnellen Aufstieg in die Ausstellungsräume und die angrenzenden Nebenräume liegen rechts und links des Atriums jeweils zwischen horizontal geschlitzten Wandscheiben die beiden eistungsfähigen Aufzüge. Der Zugang zu den Ausstellungsebenen erfolgt von diesen Aufzügen über Brücken zwischen den Wandscheiben, die schmalen Öffnungen rahmen gezielte Ausblicke zur Donau und zur Trunzergasse. Über die Fensterschlitze fällt auf beiden Seiten und über die gesamte Gebäudehöhe gefiltertes Tageslicht in das Atrium. Spiralförmig um das Atrium herum führt der Museumsrundgang weiter hinauf. Zunächst um ein halbes Geschoss in die langgestreckte, ebenfalls stützenfreie Halle für die Dauerausstellung 2 mit dem Thema ""Generationen"". Das auf- und abschwingende Dach, - auch hier gehen die Raumhöhen bis über 8 m -, ermöglicht eine räumliche Zonierung der Ausstellungen, die ansonsten unabhängig von der Grundkonstruktion aufgebaut werden können. Eine gleichmäßige Lichtverteilung wird über die folienbespannten und geneigten Lichtdecken erzeugt, Lichtschienen entlang der Hauptträger quer zur Halle ermöglichen die punktuelle Ausleuchtung besonderer Ausstellungsgegenstände und -situationen. Am Ende der Halle erlaubt ein langes Fensterband einen attraktiven Ausblick über den Hunnenplatz und die Donauniederung. Ein langgestreckter Flügel parallel zum Platz mit einem großen Oberlicht schafft Raum für spezielle Präsentationen innernalb der Dauerausstellung.
Wieder zurück im Atrium hebt sich der Blick hinauf in den ""Bayerischen Himmel"", in unserer Vorstellung eine große, hinterleuchtete Deckeninstallation aus vielfältigen, spielerisch entwickelten und angeordneten Malereien, Projektionen und Klangspielen. Die Installation spannt sich über die gesamte Gebäudebreite. Ein Steg führt knapp unterhalb der Installation entlang, Kopfhörer hängen von der Decke, einzelne Bilder, Projektionen und Gegenstände, die um die ""bayerische Seele"" kreisen werden im Detail sichtbar und fügen sich beim abschließenden Blick auf das Gesamtkunstwerk wieder zu einem vielfältigen Abbild des ""Bayerischen"" zusammen.
Der letzte Treppenlauf führt auf die oberste Ebene der Dauerausstellung und eine Panoramaterrasse, wo der Raum sich öffnet und den Blick über die vorgelagerte Hügellandschaft des Gebäudedaches freigibt auf das Panorama aus Türmen, Dächern und Dachaufbauten bis weit über die Stadt hinaus: der ""wahre Bayerische Himmel"" wird hier sichtbar, im besten Falle weißblau, in jedem Fall aber jeden Tag neu mit immer wieder sich verändernden Lichtmodulationen der historischen Stadtkulisse und der umgebenden Hügellandschaft. Die Räumlichkeiten für das zweite ""Standbein"" des neuen Hauses der bayerischen Geschichte, die Bavariathek, schließen auf der der Altstadt zugewandten Seite an und beziehen das denkmalgeschützte Haus Ostengasse 5 mit ein. Die Einrichtungen haben einen eigenen Eingang über das Haus in der Ostengasse, sind aber auch über eine Zwischenebene im Foyer unmittelbar ans Museum angeschlossen. Auf dieser Zwischenebene im Foyer liegen die beiden Unterrichtsräume mit Blick hinaus zur Donau. Sie bilden eine ""Brücke"" zwischen Bavariathek/Verwaltung und dem Museumsfoyer und sind über einen eigenen Aufzug und eine separate Treppenanlage vom Wartebereich des Museums erschlossen. Eine langgestreckte Erschließungsspange durchzieht das Gebäude von Ost nach West parallel zu den Ausstellungsräumen und beherbergt die internen Erschließungen für den Museumsbetrieb, ermöglicht die Führung der Hauptversorgungstrassen für die Haustechnik und wird als zweiter Rettungsweg für die Museumsräume herangezogen. Sie ist auf allen Ausstellungsebenen mit dem großen Lastenaufzug und damit mit der Anlieferzone in der Klostermeyergasse verbunden. Überdimensionale Exponate könnten über Seilzugvorrichtungen im Dach über das Atrium transportiert werden. Für die Museumsleitung werden die denkmalgerecht sanierten und transformierten Räume des Gebäudes an der Ostengasse vorgehalten. Sie werden über die restaurierte Fassade unabhängig vom Museum erschlossen. Adresse für die Verwaltung und Leitung ist also die Ostengasse 5. Über einen mehrgeschossigen Hof werden die Ebenen des Bestandsgebäudes untereinander und mit den versetzt angeordneten Ebenen des Neubaus verbunden. Es entsteht über alle Ebenen, - vom Archiv im Erdgeschoss über die Bibliothek, die Räume für die wissenschaftliche Arbeit der Bavariathek bis hinauf zur Verwaltung -, ein kommunikationsförderndes Raumgefüge mit Ausblicken in die Trunzer- und die Klostermeyergasse. Im Haus in der Ostengasse entstehen repräsentative Empfangs- und Büror.ume für die Museumsleitung, unter dem historischen Dachgebälk wird ein attraktiver Besprechungsraum entstehen.

Konstruktion und Material
Die Grundkonstruktion wird durch eine Mischbauweise aus weitgehend vorgefertigten, zum Teil vorgespannten Stützen, Wänden, Decken und Unterzügen aus Beton gebildet. Der Neubau ist dazu auf einem Grundraster von 9 auf 16 m aufgebaut, so daß im wesentlichen Bauteile immer gleicher Dimensionierung zur Anwendung kommen können. Außen wird das Gebäude wärmegedämmt und mit einer massiven Vorsatzschale aus gebrannten, flachen Ziegelsteinen in Überlängen bekleidet. Der Farbton dieser Steine soll dabei die Farben des in großen Teilen der Stadt und an wichtigen Bauwerken verwendeten Grünsandsteins aufnehmen.
Fenster und Fassaden werden als Holzaluminiumkonstruktionen ausgeführt, mit dunklen Profilen auf der Außenund warmtonigen Eichenhölzern auf der Innenseite. Die Fußböden im Erdgeschoss aus eingefärbten und geschliffenen Estrichflächen werden die Farbigkeit der umgebenden Pflasterung fortführen, in den Obergeschossen werden möglichst breite und lange Eichendielen verlegt. Die Wände werden mit einem Kalkputz versehen und gestrichen, die Außenseite des Schauraums im Erdgeschoss wird in teilweise gestockten, gespitztem oder bedrucktem Sichtbeton ausgeführt. Sämtliche Einbauten wie Türen, Sitzbänke und Brüstungsabdeckungen werden in Holzoberfläche aus heimischer Eiche vorgesehen. Die Dachkontur entsteht durch die versetzte Anordnung immer gleicher vorgefertigter Stahlfachwerkträger, die die Ausstellungsräume stützenfrei von Außenwand zu Außenwand überspannen. Die unterschiedlich geneigten Dachflächen werden durch ebene Trapezbleche hergestellt, die die Dachhaut aus Dämmung und Dichtung tragen. Den oberen Abschluß bildet eine lechabdeckung, farblich abgestimmt auf den verwendeten Fassadenziegel und an die Dächer der Umgebung, z.B. aus Zink oder Kupfer. Die Decke über den Ausstellungsräumen ist unterseitig als Lichtdecke ausgebildet. Über rechteckige, zwischen die Träger eingefügte Stahlrahmen, in die die Leuchtkörper eingebaut sind, wird eine lichtdurchlässige Folie gespannt, so daß eine gleichmäßige Grundausleuchtung gewährleistet ist. Die einzelnen Flächen lassen sich in Intensität und Farbe steuern. Entlang der Trägerunterseiten sind Stromschienen vorgesehen, in die Strahler und Sonderleuchten ausstellungsbezogen eingehängt werden können.
Bahnhofsvorplatz Rosenheim Entree in die Stadt
Realisierungswettbewerb 2012;
Mitarbeit:Friedrich Prigge, Christina Enke;
Auslober:Stadt Rosenheim
Fotos:Viola Epler
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:
…Zwischen Luitpoldstraße und einer durch Neubebauung rechts und links des Bahnhofsgebäudes neugeschaffenen Raumkante vor den Bahnanlagen ensteht eine Folge aus unterschiedlich genutzten und gestalteten Freiräumen:
  • ein zentraler, dem Fußgänger vorbehaltener Platz vor dem Bahnhofsgebäude als Entrée in Stadt und Bahnhof;
  • westlich davon der neue Platz für den Busterminal mit zwei Längsbahnsteigen unter baumartigen Dachmodulen
  • östlich davon ein neuer, ruhiger Platz direkt am Wasser, tiefergelegen am alten Mühlbach.
Gegliedert wird diese Platzfolge durch das ehemalige Oberbahnamt, umgebaut zu einem Restaurant mit einem zum zentralen Platz vorgelagerten Biergarten unter Bäumen auf der Westseite und die Taxen- und PKW Vorfahrt unter Bäumen auf der Ostflanke des zentralen Platzes.
Wohnen im Park 6 Wohnhäuser in Leverkusen
Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung 2012/13
Mitarbeit:Friedrich Prigge, Christina Enke, Ullrich Bartelt;
Realisierung:geplant 2014, Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben
Auftraggeber:VIVAWEST wohnen GmbH, Gelsenkirchen
Oberstes Ziel unserer Planungen ist es, dass sich die neuen Gebäude spielerisch und selbstverständlich in diese vorgefundene Situation so einfügen, dass trotz der baulichen Verdichtung der Charakter der zusammenhängenden und dadurch gro.zügig wirkenden Wohnanlage "im Park" erhalten bleibt. Dazu werden die Gebäude grundsätzlich so positioniert, dass möglichst viele Bäume erhalten bleiben, die direkte Erschließung der Häuser bleibt fußläufig, auch die neuen Gebäude sollen wie Inseln frei im Park, d.h. unmittelbar in der Wiese stehen. Um dies zu erreichen, sind die geometrisch einfach geschnittenen Gebäude wie pavillonartige Objekte aus einheitlichen Wand- und Dachflächen ausgebildet, die mit den unmittelbar vorgelagerten ußenanlagen einen möglichst geringen "Fußabdruck" in den bestehenden Grünanlagen hinterlassen. Die den Gebäuden bzw. erdgeschossigen Wohnungen zugehörigen Freibereiche werden dazu auf die unmittelbar den Gebäuden vorgelagerten, gegenüber dem umliegenden Gelände leicht erhöhten Terrassenflächen konzentriert. Entsprechend der städtebaulichen Grundidee stehen die Gebäude spielerisch verteilt wie Inseln in der Wiese. Die Au.enhülle, - Dach- und Fassadenflächen ! -, sind einheitlich mit Schieferplatten bekleidet. Die Gebäude wirken dadurch wie pavillonartige, leicht reflektierende und farblich changierende Objekte unter den großen Bäumen. Diese Wirkung kann noch verstärkt werden durch die Wahl leicht unterschiedlicher Schieferfarben von Haus zu Haus. Große, scharfkantig in die Schieferhülle eingeschnittene Öffnungen in alle Richtungen und gro.zügige, vorgelagerte Freiräume eröffnen den zunkünftigen Bewohnern reizvolle und vielfältige Ausblicke in den Park, die großen Baumkronen rücken zum greifen nah, die Fenster werden zu Rahmen für jahreszeitlich wechselnde Bilder des Parks.
Limeseum Römermuseum in Ruffendorf
Realisierungswettbewerb 2011,
In Zusammenarbeit:Wolfgang Raderschall
Auslober:Gemeinde Ruffendorf
Das Gebäude wurde als Landmarke in der hügeligen Landschaft konzipiert. Das Haus wird zum Bestandteil des Weges der Besucher durch die historischen Spuren in der Landschaft.
Haus B_in_O Sanierung und Umbau eines Einfamilienbungalows bei Köln
Entwurfs-, Genehmigungs-, Ausführungsplanung und Bauleitung;
Mitarbeit:Christina Enke;
Fertigstellung:2013
Auftraggeber:privat
Fotos:Anja Schlamann
Die Geschichte zu diesem Projekt begann so, wie man sie sich als Architekt nicht schöner wünschen kann: Völlig unvermittelt stand ein Bauherr vor der Tür, der das gerade geerbte Haus von uns umbauen lassen wollte. Wir bekamen einen Ordner mit Bestandplänen in die Hand gedrückt, machten einen gemeinsamen Ortstermin und sollten uns überlegen, was man aus dem Haus machen könne.
Wir trafen auf einen klassischen Bungalow in Hanglage aus den 70iger Jahren, eine durchdachte und abwechslungsreiche Grundstruktur aus Mauerwerks- und versetzt angeordneten Deckenscheiben. Dieses Gefüge war jedoch durch zahlreiche Einbauten überformt und seiner vermutlich ursprünglichen Klarheit und Leichtigkeit beraubt. Insgesamt wirkte das Haus ein bißchen aus der Zeit gefallen, kühl und düster.
Sollte es zunächst noch um Reparaturen und eher kleine Eingriffe gehen, entwickelte sich im Dialog mit dem Bauherrn ein weit über die ursprünglichen Absichten hinausgehendes Umbaukonzept: Kellerräume wurden zum Garten geöffnet; horizontale Sichtverbindungen durch das Haus in Ost/West- und Nord/Südrichtung geschaffen; vertikale Sichtbeziehungen zwischen den Ebenen hergestellt; helle Materialien eingesetzt; Übergänge zwischen den Bauteilen durch Schattenfugen akzentuiert; Fensteranlagen ausgetauscht; Dach, Wände und Böden gedämmt;
Haustechnik erneuert und die Gartenanlagen zu korrespondierenden Außenräumen umgestaltet.
Am Ende steht ein die Idee des Loos'schen ""Raumplanes"" aufgreifendes, dreidimensional wirksames, helles und freundliches Raumgefüge, das die Gartenanlagen großzügig mit einbezieht.
Kurhaus Empfangs- und Veranstaltungshaus für den Kurort Bad Bevensen
Realisierungswettbewerb 2010, 1.Preis;
Mitarbeit:Christina Enke, Felix Engelhardt, Friedrich Buncken;
Auslober:Stadt Bad Bevensen
Bad Bevensen ist ein Kurstädtchen am Rande der Lüneburger Heide. Sein in den kleinen Kurpark eingebettetes Kurhaus entsprach nicht mehr den Erwartungen an ein modernes Kurzentrum. Unser Entwurf sieht einen vielseitig nutzbaren Neubau vor. Wie ein quadratischer Block aus Edelmetall und Glas liegt das neue Kurhaus im Park: leicht schimmernd, die Farben mit Licht und Bewegung zwischen grün, braun und gold changierend, den umgebenden Park reflektierend.

Von weitem ein großer, glänzender Block, erweist sich das Gebäude aus der Nähe als intensiv mit dem Außenraum verzahnte Skulptur: Tiefe Gebäudeeinschnitte ermöglichen Ein- und Ausblicke; Tageslicht gelangt über eine Öff¬nung im Dach tief ins Gebäudeinnere; ein über Eck auskragendes Dach signalisiert ein offenes Haus. Im Innern setzt sich die Materialstimmung des Äußeren fort: Reflektierende Metallflächen, großzügige, verschiebbare Glasflächen, dunkles Holz.
Am Abend scheint festliche Beleuchtung bis weit in den Park hinein, Gläser klingen, Tanzmusik dringt nach außen, leise plät¬schern die Brunnen auf dem Platz... So stellen wir uns die Atmosphäre im und um das neue Kurhaus vor.
Das Kurhaus formiert zusammen mit den bestehenden Gebäuden einen Platz inmitten des Kurparks. Leicht erhöht gegenüber der Auenlandschaft eröffnet sich von hier ein schöner Blick über den Kurpark und auf die Silhouette der Stadt. Alle Wege im Park führen über den Platz, so entsteht ein neues Wegenetz, das alle Parkbereiche miteinander verknüpft. Das Kurhaus mit seinen vielfältigen, über zwei Geschosse angeordneten Funktionen öffnet sich über ein hallenartiges Foyer zum Park und zur Stadt.
  Die energetischen Grundlasten werden durch Geothermie-Nutzung gedeckt. Grundsätzlich soll das Gebäude natürliche belüftet werden. Das Atrium dient dazu als Luftbrunnen, der durch geregelte Klappensteuerung die Frischluftversorgung der Innenräume übernimmt.
Campus Lichwiese Hörsaal- und Medienzentrum an der TU in Darmstadt
Realisierungswettbewerb 2009; „engere Wahl"
Mitarbeit:Christina Enke, Anita Schepp;
Auslober:TU Darmstadt
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:
Stadt- und Landschaftsraum
Die Lage zwischen Waldrand und Parklandschaft, die ""Universität im Grünen"" wird zum Ausgangspunkt für die räumliche Fassung der ""Neuen Mitte"", die landschaftliche Ausgestaltung und die Verknüpfung mit den bestehenden niversitätseinrichtungen. Zwei niedrige, dreigeschossige Baukörper vor den ringförmig in zweiter Reihe stehenden hohen Institutsgebäuden begrenzen die ""Neue Mitte"". Der vorgeschlagene Baukörper im Westen (späterer Bauabschnitt) nimmt die Fluchten der Architekturfakultät auf. Das winkelförmige neue Hörsaal- und Medienzentrum bildet den Rahmen für einen gro.zügigen Campus. Die neuen Gebäude orientieren sich mit ihren Haupteingängen zur neuen Mitte und schaffen Durchgänge zu und von den Fakultätsgebäuden im Hintergrund. Die bestehende Mensa und deren Freianlagen wird über das neue Wegenetz eingebunden. Neue Einrichtungen für den öffentlichen Personennahverkehr sind so positioniert, dass die Haltestellen ""Campus Lichtwiese"" unmittelbaren Zugang zu den neuen und alten Unterrichtsstätten erlaubt und den Campus beleben.


Außenanlagen
Ein großzügiges Rasenfeld dominiert den Raum. Eingelagert sind kleine Plätze und ein Wegenetz, das die Laufwege zwischen den umliegenden Gebäuden nachzeichnet und die angrenzenden Wege der Lichtwiese und der sie umgebenden Gebäudezuwegungen neu zusammenführt. Es entsteht ein Campus mit hoher Aufenthaltsqualität - ein Ort der Kommunikation, der Aktion und Reflektion. Aus den horizontalen Rasenfeldern entwickeln sich Sitzterrassen entlang der dem Geländeverlauf angepassten Wege. Der unterschiedliche Zuschnitt der Rasenflächen ermöglicht differenzierte Spiel- und Sportmöglichkeiten. Lockerer Altbaumbestand und neue Solitärbäume verschiedenster Arten überstellen den Campus. Kirschen, Eschen, Eichen, Gleditschien, Ahorne, Hartriegel,….schaffen eine einzigartige Atmosphäre durch Blüte, Habitus und Herbstfärbung. Sie lassen ein heiteres Licht-, Farb- und Schattenspiel auf dem Campus entstehen. Befestigte Flächen aus Betonwerksteinplatten definieren die „harten“ Platzbereiche. Baumraster und Alleen rhythmisieren die Straßen und Plätze, schaffen Ordnung im bis jetzt heterogenen Umfeld. Die Dachflächen der neuen Gebäude fungieren ebenfalls als begrünte und genutzte Freiflächen (""5. Fassade"").


Gebäude
Dem neuen Hörsaal- und Medienzentrum erkennt man seine öffentliche Funktion auf dem Universitätsgelände an. Zwei große Foyers öffnen sich zum Campus und laden mit ihren weithin nach außen sichtbaren Erschließungen zum Besuch der Gebäude ein. Eine einfache horizontale gelagerte Gebäudestruktur, die durch Atrien vertikal gegliedert werden erlaubt einfache, nutzerfreundliche Funktionsabläufe vom Eingang bis zum Buch:

Erdgeschoss:
  • Die Erdgeschosszone beherbergt die wesentlichen Erschließungs- und Informationseinrichtungen wie Garderoben, Infotheken, Buchrückgabeeinrichtungen und Wartebereiche.
  • Eine Spange entlang der Gebäudefront zum Campus mit Cafeteria, Schnellimbiss, Kiosk und Buchladen verbindet die beiden Foyers miteinander; dem Geländerverlauf folgende höhengestaffelte Terrassen und Sitzstufen verbinden Innen und Außen und bieten einen attraktiven Ort zum Verweilen unter den schattenspendenden Bäumen vor dem Gebäude zwischen den Unterrichtsveranstaltungen.
  • Die großen Hörsäle können durch die Ausnutzung des vorhandenen Geländeverlaufs in die Struktur des Gebäudes integriert werden (Raumhöhe); sie werden umlaufend, soweit die Funktionen dies erlauben, mit gefiltertem Tageslicht (unterschiedlich stark perforierte Fassadenelemente vor Fensterfronten) versorgt; ihre technische Versorgung erfolgt über unter der abgetreppten Saalebene geführte Medienleitungen;
  • In der Nähe zur Straße gelegen, lassen sich alle Anliefer- und Wartungsvorgänge einfach über das Erdgeschoss bewerkstelligen.

1. Obergeschoss:
  • Diese Ebene ist gekennzeichnet durch einen umlaufenden Geb.uderücksprung, durch den umlaufende, geschützte Terrassen vor den hier überwiegend angeordneten Seminar- und Gruppenräumen entstehen. Alle Unterrichtsräume orientieren sich somit nach außen, haben Ausblick in die Umgebung, sind vor Sonneneinstrahlung weitgehend natürlich geschützt, können natürlich be- und entlüftet werden und lassen sich bei gutem Wetter auf die Terrassen hinaus erweitern. Sie tragen somit zu einer angenehmen und damit effizienten Lehrsituation bei.
  • Die Balkone können zur Ergänzung der Fluchtwegführung dieser Ebene mit großem Besucherandrang herangezogen werden.

  • 2. Obergeschoss:
  • Das zweite Obergeschoss ist komplett den Büchern vorbehalten; auch hier unterstützt die Gebäudestruktur einfache, nachvollziehbare Funktionsabläufe.
  • An den Aufgängen liegen die zentralen Fachinformationsstellen mit der notwendigen Infrastruktur zur schnellen Orientierung.
  • Von dort entwickelt sich ein immer weiter verästeltes Wegesystem durch die Bücherregale, das rundum an den Fassaden mit Sitzmöglichkeiten zum Arbeiten, Studieren oder auch nur Stöbern in gefundenen Unterlagen einlädt. Ein Fensterschlitz oberhalb des umlaufenden Arbeitsbordes ermöglicht Ausblicke in die Umgebung, kleine Lüftungsklappen ermöglichen individuelle Frischluftzufuhr, innenseitige Blendschutzrollos lassen sich ebenfalls individuell und arbeitsplatzbezogen einstellen;
  • Zwei Dachaufbauten bieten Platz für zurückgezogenes, konzentrierteres Arbeiten in abgetrennten Arbeitsräumen. Ausblick und Zutritt zum Dachgarten sorgen für eine angenehme, konzentrationsfördernde Arbeitsatmosphäre.
  • Ein zusätzlicher Zugang direkt vom Atrium über dem Foyer vor den Hörsälen ermöglicht den ""schnellen Zugang"" zur Bibliothek nach Vorlesung oder Seminar.
  • Die Atmosphäre in der Bibliothek ist geprägt von unterschiedlichen Tageslichtsituationen. Der rundumlaufende Fensterschlitz ermöglicht Ausblicke während der Arbeit, die darüberliegenden Fensterflächen werden abgeschirmt durch eine unterschiedlich stark perforierte Fassadenkonstruktion. So entsteht eine gleichbleibende, gleichwohl vom Licht- und Schattenspiel unterschiedlicher Intensität geprägte Atmosphäre. Zur Ausleuchtung bis in gößere Raumtiefen sind die höhergelegenen Metallpaneele stärker perforiert und die dahinterliegende Glascheibe mit Lichtlenklamellen ausgestattet. In der Gebäudemitte dringt Tageslicht über die eingeschnittenen Atrien und die Dachaufbauten ein.

Arbeitsabläufe Bibliothek:
Die Arbeitsplätze für die Bibliothek entwickeln sich aus den Abläufen und Anforderungen: Alle Verleih- und Rücknahmevorg.nge finden an zentraler Stelle im EG statt. Hier gliedern sich die ergänzenden Arbeitsplätze, Lager und Werkstätten an. Die Bibliotheksleitung ist ebenfalls in der Nähe der zentralen Informationsstelle angeordnet und direkt vom Foyer erreichbar. Ein interner Erschließungskern mit Treppe und Aufzug ermöglicht die direkte Verbindung zwischen allen Bibliotheksebenen. Die unmittelbar buchbezogenen Arbeiten der Fachteams sind in den Büror.umen um das baumbestandene Atrium im Schnittpunkt zwischen den Gebäudeflügeln angeordnet. Auch diese Büros haben Tageslicht und können natürlich be- und entlüftet werden.


Konstruktion und Materialien
Tragwerk
Die Tragstruktur wird als Stahlbeton-Skelettsystem ausgebildet, in die sich weit gespannte Massivdeckensysteme einlegen. Das Stützenraster beträgt dabei bis zu 7,50 m auf 10 m. Die Stützen des Skelettsystems werden als Hohlkammerstützen ausgebildet, die eine Integration von Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Entwässerung und deren Revisionierbarkeit ermöglichen. Die massiven Slimfloor-Decken werden zur Verringerung des Eigengewichtes und Erhöhung der Steifigkeit ebenfalls mit als Hohlraumkonstruktionen ausgeführt (z.B. System Cobiax). Im Bereich der Hörsäle finden Raumtragwerke in Form eine biaxialen Trägerrostsystems Anwendung.
Die Ebenen über dem großen Hörsaal werden dabei mit einem Stahl-Verbundrost über die gesamte Gebäudebreite überspannt. Die Auskragung des Gebäudes im Eingangsbereich leitet sich über wandscheibenartigen Träger der flankierenden Wände ab, die sich im Erdgeschoss in Stützen auflösen.
Fassaden
Die Fassadenkonstruktion entwickelt sich aus den vielfältigen und unterschiedlichen funktionalen Anforderungen der Räume. Das Bild des Gebäudes von außen wird dabei geprägt von einer zunächst homogenen, horizontal gegliederten metallischen Hülle (z.B. Kupfer.....). Die horizontalen Felder werden dabei unterschiedlich stark perforiert, so daß geschlossene Flächen mit unterschiedlich durchsichtigen und durchscheinenden Feldern wechseln. So lassen sich Bereiche, für die zwar Tageslicht erwünscht, aufgrund der besonderen Funktionen aber ganz oder teilweise ausgeblendet werden muß (Verdunkelung, Blendung, Sonnenschutz im Hörsaal- und Bibliotheksbereich) ohne bewegliche und technisch aufwändige Fassadenelemente natürlich belichten. Bei Dunkelheit erscheint das Gebäude als von innen heraus leuchtende Skulptur. Im Gegensatz dazu werden die Fassaden der Seminar- und ruppenräume weitgehend verglast. Die Glasflächen der Seminarebene werden zu einem großen Teil durch den Fassadenrücksprung verschattet, zusätzlich werden horizontal verschiebbare Metalltafeln zu Blendund Sonnenschutz bei flachen Sonnenständen vorgesehen. Große .ffnungsflügel ermöglichen die Raumerweiterung auf die Terrassen zu den Grünanlagen.

Gebäudetechnik
Die ganzheitliche Betrachtung integraler Gebäudesysteme bildet die wesentliche Grundlage für eine nachhaltige Anlagentechnik. Diese ist hierbei im Verbund mit der Fassade und Bauphysik ganz auf einen individuellen Lösungsansatz ausgerichtet. Energiekonzept Das Energiekonzept sieht eine ressourcenschonende Verwendung von Primärenergie vor. Dies wird durch den Einsatz innovativer Technologien erreicht, welche neben einer Effizienzsteigerung der Anlagentechnik auch zu einer Erhöhung der Wirtschaftlichkeit des Gebäudekomplexes in Verbindung mit einer Kostenminimierung für Betrieb und Wartung (Live-cycle-costs) führen.

Energieerzeugung
Die Energieerzeugung für das Universitätsgebäude erfolgt über eine Technikzentrale, die sich im Untergeschoss unterhalb der Hörsäle befindet und in die die Anlagentechnik für Wärme-, Kälte-, Elektro-, Trinkwasser-, Frischluft- und Stromversorgung untergebracht ist. Die gewünschte hohe Wirtschaftlichkeit in Verbindung mit einer Kostenreduktion wird durch folgende Systemkomponenten erreicht.
  • Nutzung von Geothermie zur Grundlastabdeckung der Heiz- und Kühlenergie;
  • Verwendung der vorhandenen Fernwärme, vorausgesetzt der Primärenergiefaktor der Fernwärme erfüllt die Anforderungen des Erneuerbaren Energien Wärmegesetzes (EeWG);
  • Alternativ: Verwendung einer Holzpelletanlage zur CO2-neutralen Erzeugung von Heizenergie, falls die Fernwärme primärenergetisch sich als nicht sinnvoll erweist;
  • Bereitstellung der benötigten Kälteenergie über Adsorptionskältemaschine
  • Erzeugung der benötigten Kühlenergie im Spitzenbetrieb durch Kompressionskältemaschine
  • Raumluftversorgung der Hörsäle unter Verwendung vom Adsorptions- bzw. Absorptionsgestützte Kühlung und Vorwärmung/-Kühlung der Außenluft über das Erdreich
  • Nutzung von Solarthermie zur Trinkwarmwasserbereitung

Raumklimakonzepte
Grundsätzlich ist die Idee des Entwurfs, weitgehend das Gebäude mit natürlicher Lüftung zu versorgen. Die Atrien dienen dazu als Luftbrunnen, der jahreszeitlich abhängig durch geregelte Klappensteuerung die rischluftversorgung von Nutzungsbereichen übernimmt. Seminarräume/Arbeitsräume Die Seminarräume werden natürlich über die Fassade be- und entlüftet. Zur Beheizung wird eine raumhohe leistungsstarke Heizwand vor den opaken Außenwandanteil gestellt und die Grundlast wird mit einer Betonkernaktivierung sichergestellt. Mit der Betonkernaktivierung können thermisch höher belastete Räume auch gekühlt werden.

Bibliothek
Die Bibliothek ist über den Luftbrunnen und die Fassade so lange wie die Außenluftbedingungen das zulassen weitgehend natürlich belüftet. Zur raumlufttechnischen Versorgung werden Quellluftauslöser an den Schacht-/Treppenhauskern angeordnet. Die Beheizung erfolgt über die Betonkernaktivierung, die im Sommer die Bibliothek auch moderat kühlt.

Hörsäle
Die Hörsäle erhalten eine raumlufttechnische Anlage zur Konditionierung. Die Außenluft wird über einen Erdkanal dabei vorgekühlt bzw. vorgeheizt. Kühlenergie im Sommer wird über den Absorptionsprozess bereitgestellt. Die Zuluft wird als Quellluft im H.rsaalgestühl eingebracht.
forum :terranova Ausstellungs- und Informationszentrum am Braunkohletagebau Hambach
Realisierungswettbewerb 2009, 1.Preis;
Mitarbeit:Christina Enke

anschließend Entwurfs- und Genehmigungsplanung, Ausführungsplanung, Ausschreibung, Bauleitung;
Mitarbeit:Christina Enke, Felix Engelhardt, Irene Plachetka, Ulrich Bartelt (Bauleitung)
Fertigstellung:2012
Auftraggeber:RWE Power AG, Köln
Fotos:Anja Schlamann
Das im Auftrag des Energiekonzerns RWE an der künftigen Abbaugrenze des Braunkohletagebaus Hambach errichtete Gebäude dient als Informationszentrum zum Tagebau. Es entstand im Rahmen der Regionale 2010. Dem Besucher soll vermittelt werden, dass der Braunkohleabbau keine wüste Landschaft hinterlässt, vielmehr wird die Landschaft nach Auskohlung des Tagebaus neu gestaltet. Zur Ausstattung des Gebäudes zählen neben den Ausstellungsräumen ein Vortragssaal und ein Café. Das Haus steht im engen Bezug zur künftigen Kulisse des Großtagebaus. Von hier aus können die Besucher aus nächster Nähe den Tagebaubetrieb und die dabei eintretende dramatische Veränderung der Landschaft verfolgen - weswegen der effektvoll inszenierte Ausblick in die Landschaft innerhalb des Entwurfs herausgehobene Bedeutung hatte. Außenraum und Innenraum sind eng aufeinander bezogen.  Auszug aus dem Juryprotokoll des Wettbewerbs: "Die Arbeit besticht durch die einfache Gesamtidee eines sich scheinbar aus der Erde heraus schiebenden Steinblocks. Dieser Gedanke durchdringt sowohl den Außenraum wie die Architektur des Gebäudes. Das Ergebnis ist ein schwerer Baukörper, der den Ort kraftvoll besetzt und der sich als Objekt gegenüber der schieren Größe zukünftiger Landschaften behaupten kann..."
villa tecto Dachgeschossausbau in Köln
Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung, Ausschreibung, Bauleitung
Mitarbeit:Tobias Himmels, Ute Raderschall, Anita Schepp;
Fertigstellung:2010
Auftraggeber:Privat
Fotos:Anja Schlamann
In einem gründerzeitlichen Mehrfamilienhaus fassten wir die Wohnung im 4. Stock und einen ungenutzten Dachboden zu einer zweigeschossigen "Villa über der Stadt" zusammen. Aus der bestehenden Wohnung heraus entwickelt sich über ein großzügiges Treppenauge ein offenes Raumgefüge zum Wohnen, Essen und Kochen, das in eine langgestreckte Sonnenterrasse mündet. Reduzierte Formen, sorgfältige Kombination der Materialien und gezielte Tageslichtführung kennzeichnen den neu entstandenen Lebensraum für eine Familie. Jeder, der die Wohnung zum ersten Mal betritt, wird von der unverhofften Weite und Helligkeit überrascht.
4 Häuser = 1 Hof Umbau des Feldhofes in Bachem
Bestandsaufnahme, Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung, Bauleitung;
Mitarbeit:Tobias Himmels, Felix Engelhardt, Christina Enke, Friedrich Bruncken;
Fertigstellung:2014
Auftraggeber:Privat
Fotos:Tomas Riehle
Der Feldhof in Bachem
Geschichte und Lage
Der Feldhof in Bachem ist seit Jahrhunderten eine für den Ort Bachem und seine Einwohner bekannte und landschaftsprägende Anlage. Das Gebäudeensemble steht unter Denkmalschutz, gleichzeitig sind Hofanlage und die unmittelbare Umgebung als Bodendenkmal eingetragen.
Der Feldhof wurde bis vor kurzem als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Seit Beginn des Jahres 2011 stand der Hof leer. Der bauliche Zustand war in weiten Teilen desolat, teilweise einsturzgefährdet; in immer kürzeren Abständen war der Hof Vandalismusübergriffen ausgesetzt.
Nicht zuletzt in Anerkenntnis der geschichtlichen und geographischen Bedeutung des Feldhofes für den Ort und das Landschaftsbild entschied sich der Bauherr für den Umbau des Hofes zu einer naturnahen Wohnanlage.
In Abstimmungen mit den Ämtern der Stadt Frechen, der Unteren Landschaftsbehörde, der Unteren Wasserbehörde, dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege und dem Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege wurde das Vorhaben in kooperativer sechsjähriger Zusammenarbeit entwickelt.
Dabei wurde großer Wert auf die Landschaftsverträglichkeit, die Einbindung der Gesamtanlage in die Topographie und den respektvollen Umgang mit dem Boden- und Baudenkmal gelegt.

Nutzungs- und Umbaukonzept
In die in Dimension, Konstruktion und Erscheinung sehr unterschiedlichen Gebäude wurden sechs familienfreundliche Wohneinheiten unterschiedlicher Größe eingefügt. Jede der zweigeschossigen Wohnungen entwickelt eine eigene Atmosphäre.
Der landschaftsprägende Charakter der Anlage als „Vierkanthof“ aus vier Hauptgebäuden mit großflächigen Satteldächern inmitten von Wäldern und Feldern, überwiegend aus Ziegeln und Holz errichtet, wurde durch Abbruch und bauliche Ergänzungen gestärkt.
Die nun wieder klar zu Tage tretenden vier Hauptgebäude werden durch einen umlaufenden Sockel optisch und räumlich zusammengefaßt; der Feldhof liegt wie eine Insel in dem bis direkt an die Gebäude herantretenden Landschaftsschutzgebiet.
Die historische, seit langem trockengefallene Wasserfläche vor der Hofanlage wurde wieder zu einem Teich aufgestaut.
Der gemeinschaftlich genutzte Hof dient der fußläufigen Erschließung der Wohnungen und der Kommunikation der Bewohner untereinander.
Ergänzungen und Umbauten an und in den Gebäuden erfolgten im Sinne eines „pragmatisch-poetischen Weiterbauens“: Funktionierende Konstruktionen wurden genutzt und den neuen Anforderungen entsprechend repariert, ergänzt, in neue Konstruktionen integriert und nur wenn irreparabel zerstört, ersetzt. Gleichwohl bleibt auch das sperrige, krumme, abgenutzte Bauteil sichtbar, stellt sich schon einmal den eingesetzten neuen Materialien und Techniken entgegen und wird in Einzelfällen auch besonders hervorgehoben. Neue Konstruktionen und Bauverfahren sind selbstverständlich mit den bestehenden Strukturen verwoben und oft sichtbar belassen.
Aufgrund der sehr unterschiedlichen Grundkonstruktionen der Häuser, deren mannigfaltigen Schadensbildern und den vielfältigen energetischen und konservatorischen Anforderungen wurde für jedes Haus ein technischkonstruktiv eigenständiges Umbaukonzept notwendig. Daraus entstanden differenzierte Raumgefüge und Detailausbildungen, die das individuelle Erscheinungsbild der Einzelhäuser prägen. Die Beschränkung auf wenige Materialien in allen Gebäuden trägt dazu bei, diese Heterogenität in ein harmonisches Zusammenspiel zu bringen.
Die Reaktivierung des Feldhofes kann damit als exemplarisches Beispiel für das Zusammenwirken sehr unterschiedlicher Umgangsweisen mit Bausubstanz begriffen werden. Es ging bei allen Häusern nicht um Erhaltung oder Erschaffung eines Bildes, - dies war schon da oder entstand aus der intensiven Detailbearbeitung „von alleine“ -, sondern um das Erfassen und Erforschen vorhandenen räumlichen Potentials und dessen Überführung in funktional, technisch und ästhetisch zeitgemäße Räume.
Alle Häuser sind, obwohl denkmalgeschützt, als Energiesparhäuser konzipiert. Eine Holzpelletheizung in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude versorgt die Gebäude mit Wärme.
Das Projekt zeichnet sich dadurch aus, daß die versiegelten Flächen trotz intensivierter Nutzung gegenüber dem vorherigen Zustand verringert wurden. Sämtliche Dach- und Freiflächen werden in den neu aufgestauten Teich entwässert.
Zukunft Planen / Zukunft Rosenau Umnutzung, Sanierung und Umbau einer Hofanlage in Rosenau
Ideenwettbewerb 2008; 1.Preis für den Standort Rosenau / Brandenburg;
Mitarbeit:Christina Enke;
Auslober:Bundesrepublik Deutschland, BBR Berlin
Im Rahmen des Bundeswettbewerbs Zukunft Planen lobte das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) einen Ideenwettbewerb u. a. für das Gut Rosenau aus. Es liegt als Teil der Gemeinde Rogäsen im ländlichen Brandenburg. Unser Büro erhielt für sein Konzept den 1. Preis.

Die Projektinitiative ging von einem Investor aus, der ein sinnvolles Nutzungskonzept für das brachliegende Gutsgelände suchte.
Das Ensemble besteht aus einem Herrenhaus, einer Kirche sowie zahlreichen Scheunen und anderen Nebengebäuden. Leitidee unseres Entwurfes war, das Gut zu einem Zentrum für Kultur, Bildung und Begegnung umzunutzen.
In den ehemaligen Pferdeställen sowie eingefügten Neubauten sollte eine Ausbildungswerkstatt für Tischler und Zimmerleute entstehen, die den Jugendlichen der Region eine Alternative zur Abwanderung bietet. 

Der Entwurf umfasst drei wesentliche Elemente:
Die Herrichtung des ehemaligen Pferdestalls zu einer Ausbildungswerkstatt für die Holzverarbeitung; ergänzende Einzelgebäude und Gebäudegruppen für Ausbildung, Wohnen und Freizeit sowie schließlich die Instandsetzung und Ergänzung des Herrenhauses und seiner Außenanlagen, damit es seiner Funktion als Zentrum der Gesamtanlage gerecht werden kann. Das Projekt konnte aufgrund lokaler politischer Widerstände nicht verwirklicht werden.
Kiga_Ge Kindergarten in Gelsenkirchen
Realisierungswettbewerb / Gutachterverfahren 2008;
Auslober:Stadt Gelsenkirchen
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:
fünf elemente bestimmen das räumliche gesamtkonzept:
das grundstück, die großen bäume, die alte kleinkinderschule, das neue dach und die neue spange.
sie formen eine neue eingangshalle mit zentraler küche und eßplatz, einen neuen vorplatz mit einem gut auffindbaren neuen eingang, eine neue terrasse als übergang in den garten, und neue gruppenräume mit geschützten außenbereichen. die charaktervollen bestandsmerkmale von haus und grundstück werden weiterentwickelt zu einem noch lebendigeren, abwechslungsreicheren raum- und funktionsgefüge mit fließenden übergängen von innen nach außen unter dem alles überwölbenden dach der großkronigen bäume. die gewählte leichte holzbauweise mit reduzierten fundamentabmessungen ermöglicht den nahezu kompletten erhalt des baumbestands: nur ein baum müßte bei dieser gebäudekonfiguration gefällt werden! die weitgespannte dachkonstruktion schafft fließende raumübergänge und große flexibillität in der nutzung und beim, - ggf. auch nachträglichen -, ausbau. die höhenstaffelung erlaubt die nutzung einer spiel- und ruhegalerie auf der neuen spange. das primärtragwerk der weitgespannten „open space“- konstruktion wird durch keilgezinkte brettschichtholzspanten gebildet. sie stehen auf einzelfundamenten auf der nordostseite und liegen im bereich der spange auf. von hier aus bilden sie ein auskragendes schützendes dach über den eingängen zur eingangshalle. die halle wird durch furnierschichtholzlamellen in verlängerung der leimbinder ebenfalls stützenfrei überspannt und an den bestandsbau angebunden. die dachkonstruktionen und/oder deren ausfachungen können in segmenten von 2.50 m breite in gleichmäßigen abmessungen vorgefertigt werden. licht- und spielhöfe um bestehende bäume können über einfache auswechslungen geschaffen werden. die abtragung der hauptlasten über punktförmige fundamente minimiert die eingriffe in das wurzelwerk der bäume. die langgestreckte spange beherbergt alle geforderten dienenden räume. sie kann darüber hinaus, -innen und außen-, als grundkonstruktion für vielfältige spiel- und kletternutzungen und auch zum weiterbau herangezogen werden. ihre mit großformatigen holzwerkstkoffen bekleidete holzkonstruktion kann in modulen von 2.50 m einschließlich aller dicht-, dämm- und installationselementen vorgefertigt werden. neben der rationellen und schnellen bauweise ist so ein hoher energetischer ausführungsstandard gesichert. die neue eingangshalle bildet das neue herzstück der gesamtanlage. alle funktionsbereiche werden von ihr erschlossen. sie wird zum treffpunkt für kinder, erzieher und eltern. eine eingestellte küche läßt sich nach bedarf zur halle öffnen und schirmt den eßbereich ab. die „box“ läßt sich mit sämtlichen installationen unabhängig vom primärtragwerk vorfertigen und zeitgerecht einbauen (plug-in system). der altbau wird über die bestehende galerie von der neuen halle aus erschlossen. zusätzlich zur bestehenden treppe wird eine rampe im bereich des jetzigen kellerzugangs errichtet, optional kann stattdessen auch ein aufzug mit anbindung an das kellergeschoss vorgesehen werden. das dach über der galerie wird unter beibehaltung der bestehenden denkmalgeschützten konstruktion verglast, so daß der altbau „in neuem licht“ erscheint.

die haustechnikmedien werden im bereich der spange zentral geführt und von dort verteilt. zur gewinnung von heizenergie wird erdwärme in verbindung mit einer einfachen, auch in einfamilienhäusern zur anwendung kommenden wärmepumpe vorgeschlagen, die raumheizung in den gruppenbereichen und der halle erfolgt über den fußboden (keine verletzungsgefährdenden heizkörper). die zentrale warmwassererwärmung kann angesichts der relativ großen verbrauchsmengen in kindergärten optimal über solarflächen auf dem flachdach erfolgen. raumbildung, konstruktion und haustechnik sollen soweit wie möglich über sinnliche reize das verständnis für gestalterische, räumliche und technische zusammenhänge erfahrbar machen: starke, tragende holzbalken bleiben sichtbar; das regenwasser wird erkennbar über die dreieckigen dachflächen in die längs der gruppenräume angeordnete retentionsfläche geleitet und mündet in eine „matschmulde“; sonnenlicht wird gezielt über dachoberlichte in die gruppenräume eingeleitet; fußböden können ihre temperatur verändern; holzoberflächen sind mal rauh, mal glatt und verändern ihre farbe. die gewählte holzbauweise erweitert diesen pädagogischen ansatz: durch die verwendung heimischer hölzer des landes nordrhein-westfalen wird ein wesentlicher beitrag zum nachhaltigen bauen geleistet. die primärenergiebilanz der rohbaukonstruktion des holztragwerks ist im hinblick auf primärenergieverbrauch, global warming potential, C02-minimierung und versäuerungspotential anderen bauweisen weit überlegen. diese technologischen eigenschaften der bauweise in verbindung mit einer ablesbaren konstruktion und deren geradezu erfahrbarer nachhaltigkeit könnten bestandteil des pädagogischen lehrkonzeptes im sinne einer umweltbewussten schulung von kindern werden, zumal wenn sie in einem kindergarten zu hause sind, der so eindrucksvoll vom naturelement baum geprägt ist wie der an der niefeldstraße in gelsenkirchen-buer.
Baukultur Geschäftssitz für die Deutsche Stiftung Baukultur in Potsdam
Realisierungswettbewerb 2008; 2. Preis
Auslober:Bundesrepublik Deutschland, BBR Berlin
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:
Stadtraum:
Aufgrund der veränderten Nutzungszusammenhänge erhält die ""Rote Villa"" an der Schiffbauergasse 3 in Potsdam einen neuen Haupteingang: Im Schnittpunkt der Achsen des Weges zum Havelufer und der Mittelachse des neu entstehenden ""Schiffbauerplatzes"" leiten Treppen und Rampen auf ein Podest vor dem neuen Haupteingang. Gezielte Eingriffe in die Substanz im Erd- und im Dachgeschoss machen den bestehenden, blockhaften Solitär zu einem Blickfang aus der Ferne (vom gegenüberliegenden Havelufer, von der Havelbrücke/Nuthestrasse und aus dem unmittelbaren Stadraum (aus der Schiffbauergasse, vom Schirrhof, vom Uferpark und von der Garde-Husaren-Kaserne). Die Sichtbeziehungen aus dem Gebäude in die Umgebung werden durch sorgfältig an bestehenden oder neuen Sichtachsen orientierte Funktionsanordnungen aktiviert und architektonisch akzentuiert (Panoramafenster, Terrassen, Eingangsachse).

Gebäude:
Funktione. Ein zentraler Lichthof über alle Geschosse kennzeichnet das Gebäude vom Eingang weg auf dem Spazierweg durch das Haus. Er wird geprägt durch die bestehende Vierung aus Mauerwerksbögen und deren handwerkliche Detailausbildung um den ehemaligen zentralen Verteilerflur. Der Lichthof fungiert dabei als Gelenk zwischen ehemaliger und neuer Erschließungsachse im Erdgeschoss und ist Ausgangspunkt bei der Aufnahme, Weiterführung und Transformation der bestehenden Achsialsymmetrien in die neuen Raum- und Nutzungszusammenhänge im gesamten Haus. Den Geschossen sind jeweils zusammenhängende Funktionsbereiche zugeordnet: Im Erdgeschoss der Empfang und öffentliche Einrichtungen, im Obergeschoss die Verwaltungstätigkeiten und im neuen Dachgeschoss die Leitungs- und Repräsentationsfunktionen. In der neuen Erschließungsspur wird das Erdgeschoss durch zwei großflächige Fenster- bzw. Fenstertüranlagen geöffnet. Der neue Schiffbauerplatz und die bestehende Schinkelhalle werden optisch Teil des neuen Foyers. Sekretariat und Empfang liegen direkt neben dem Eingang und ermöglichen einen guten Blick auf das offene Raumgefüge um den Lichthof. Dieses offene, von Tageslicht unterschiedlicher Qualität durchflutete Raumgefüge kann bei Ausstellungen, Empfängen und Vorträgen vielfältig bespielt werden. Eine öffentliche Handbibliothek bietet Studiermöglichkeiten an einem Arbeitstisch mit Blick in die Verbindungsachse zum Havelufer. Durch flexible Trennwände kann der Bibliotheksbereich zum Eingang hin geschützt werden. Durch einen raumhohen Vorhang kann der der Bibliothek gegenüberliegende Geb.udeflügel für Veranstaltungen abgetrennt werden. Die Räume im Obergeschoss werden über einen Umgang um den Lichthof erschlossen. Dieses Erschließungssystem fördert die gewünschte offene und kommunikative Arbeitsweise, beitet aber gleichzeitig Rückzugsm.glichkeiten für konzentriertes Arbeiten. Der Weg durchs Gebäude mündet in einer attraktiven, nutzbaren Dachlandschaft mit vielfältigen Blickbeziehungen im Innern und nach außen. Dachterrassen und der zentrale Lichthof gliedern die Räume für die Stiftungsleitung und deren Konferenzen. Panoramafenster und Terrassen ""über Eck"" ermöglichen spektakuläre Rundumblicke auf die Kaserne, die engen Gassen der ehemaligen Militär- und Industrieanlagen und - besonders hervorgehoben durch eine erhöhte Aussichtsterrasse auf dem Mittelrisalit des Gebäudes in der Schiffbauergasse - auf die weitläufige Fluß- und Seenlandschaft von Havel und Tiefer See mit dem Park Babelsberg im Hintergrund.

Gebäude: Konstruktion und Materialien
Die Umstrukturierung und Öffnung des Bestandsgebäudes im Erdgeschoss sowie im Obergeschoss erfolgt in der Kernzone durch die .berführung der linienartigen Tragstruktur in eine Skelettstruktur. Dabei werden die zurückgeführten Wände durch integrative Unterzugssysteme - in Teilen deckengleich - überführt. Die bestehende Dachkonstruktion wird entsprechend den Vorgaben (Belastung durch Holzschutzmittel) komplett abgebrochen. Da davon ausgegangen werden muß, daß auch die Decke über dem Obergeschoss toxisch belastet ist, schlagen wir vor, diese Decke durch eine preiswerte Hohlkörperdecke zu ersetzen, die dann auch gleich den schall- und brandschutztechnischen Anforderungenan ein modernes Bürogebäude genügt.
Die Dachaufbauten werden aus vorgefertigten Tafeln errichtet. Das Dach mit seiner freitragenden Spantenkonstruktion aus Brettschichtholzbindern wird an den Außenwänden auf Holzrahmen aufgelagert, die die Vertikalkräfte in die darunterliegenden Bestandswände einleiten. Die Dachfläche wird als Scheibe ausgebildet, so daß die Horizontallasten in die bestehenden Wandscheiben des Treppenhauses eingeleitet werden können. Das Haus bleibt als ""Rote Villa"" mit ihrem charakteristischen Sichtmauerwerk aus roten Ziegeln erhalten. Die Giebelwände werden konstruktiv nicht angetastet. Die Seitenwände werden durch zwei symmetrisch angeordnete Fenster/Türen geöffnet. Diese Fenster erhalten einen umlaufenden schlanken Rahmen aus einer kupferummantelten Metallkonstruktion, die auf der Eingangsseite in Gesimstiefe aus der Mauerwerksfläche hervortritt. Im Eingangsbereich wird in der Spur des ehemaligen Fensters ein Metallpaneel mit Infoscreen eingebaut. Die übrigen Fenster werden durch den jetzigen technischen Anforderungen durch weißgestrichene Holzkonstruktionen ersetzt. Die Fenster erhalten in der Ebene des jetzigen inneren Kastenfensters Holzklappläden (Sonnen- und Blendschutz). Die Dachaufbauten werden mit Kupferblechen bekleidet (""nordic green""). Die bestehende Treppenkonstruktion einschließlich Geländer wird erhalten. Die Bogenkonstruktionen im Geviert des Lichthofs bleiben einschließlich der handwerklichen Fertigung der Laibungen und Schlußsteine sichtbar. Alle Wände werden weiß gestrichen, die Innenseite des Lichthofs ebenso wie die Wände im Bereich des Empfangs / Sekretariats farbig behandelt. Im Dach und Obergeschoss werden Holzdielen verlegt, im Erdgeschoss kommt ein geschliffener und eingefärbter Estrich zum Einsatz. Der bestehende Fliesen- und Terrazzoboden im ehemaligen Eingangsbereich bleibt wenn möglich erhalten, er wird wie auch die Treppe aufgearbeitet. Das ""offene Haus"" wird durch den Einbau von T30/RS Türen ermöglicht.

Gebäude: Haustechnik
Die vorhandenen haustechnischen Anlagen werden vollständig erneuert und auf den Stand für ein modernes Verwaltungsgebäude gebracht. Für die Wärmeversorgung wird auf die vorhandenen Fernwärmezuleitungen zurückgegriffen, die Lüftung sämtlicher Räume erfolgt natürlich (Fenster, Lüftungsklappen, Terrassentüren). Die Elektroversorgung erfolgt über die bauseitig vorhandenen Anschlüsse. Sonnen- und Blendschutzvorrichtungen werden an den alten Fensteröffnungen über Holzklappläden auf der Innenseite (in der inneren Ebene der bestehenden Kastenfenster) vorgenommen, der Konferenzraum im Dachgeschoss ist über vorgelagerte Dachkonstruktionen vor der Sonne geschützt und kann mittels Vorhängen verdunkelt werden. Die Chefbüros erhalten innenliegend Vorhänge und werden natürlich belüftet. Der Lichthof und die angrenzenden Bereiche werden über Bodeneinbauleuchten im Erdgeschoss und Leuchten im Bereich des Glasdachs aufgehellt. Die künstliche Beleuchtung des Erdgeschosses erfolgt über in die abgehängte Decke eingebaute Downlights und Wallwasher. Die Büroräume werden über die Decke aufhellende Stehleuchten blendungsfrei beleuchtet, im Konferenzraum wird der Tischbereich über in ein akustisch wirksames Deckensegel eingebaute Leuchtkörper dimmbar mit Kunstlicht versorgt. Im Eingangsbereich wird eine elektronisch gesteuerte Infoscreen in das geschlossene Fassadenpaneel eingebaut, auf der über Veranstaltungen und Aktivitäten der Stiftung berichtet wird.

Freianlagen
Die ""Rote Villa"" und der neue ""Schiffbauerplatz"" wird in Fortführung des begonnenen übergreifenden Gestaltungskonzeptes für das Quartier in die ruhigen Natursteinpflasterflächen eingebunden. Das neue Eingangspodest entwickelt sich als gestockte Betonkonstruktion aus dieser Pflasterfläche und bildet eine Bühne vor der roten Backsteinwand, eine ""Bühne"" für den Auftritt der Besucher der Stiftung, aber auch ganz konkret eine Bühne bei kleineren open-air Festivitäten der Stiftung.
Die in unmittelbarer Nähe zur Villa angeordneten Nebenfunktionen für das Kasernengelände wird durch Hainbuchenhecken abgeschirmt. Auf dem Platz wird ein Objekt installiert, daß einen Raum definiert, Orientierung erleichtert und vielleicht Bilder erzeugt. Wir plädieren für einen kreuzförmigen Wegweiser mit den Aufschriften ""Ufer"" (Richtung Havel), ""Sperrgebiet"" (Richtung Kaserne), ""Architekten"" (Richtung Villa) und ""Stadt""(Richtung Einfahrt/ Ausfahrt). So können sich (auch selbstironische ?) Interpretationsräume zum Thema ""Baukultur"" entfalten. Eine leichte Abweichung aus der tatsächlichen Richtung könnte durch Verwirrung die Funktion als Wegweiser karikieren und die Aufmerksamkeit auf die Begriffe lenken. Der Wegweiser sollte über die normale Dimension hinausweisen und als Lichtquelle dienen, um die Objekthaftigkeit noch zu betonen. Zur Platzbeleuchtung wird darüber hinaus die Platzfassade der Villa über zwischen Rampe und Haus eingebaute Bodeneinbauleuchten angestrahlt"
Galerie der Gegenwart Erweiterung Saarlandmuseum in Saarbrücken
Internationaler Realisierungswettbewerb 2007; 4. Preis
Mitarbeit:BJosef Verhoff, Anita Schepp; In Zusammenarbeit mit Wolfgang Raderschall
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:
Drei Aspekte kennzeichnen unseren Entwurf:
  1. Die Schaffung eines attraktiven Museumsplatzes als wiedererkennbares Entree zur Modernen Galerie.
  2. Die Weiterführung des Konzeptes einer Komposition kubischer Baukörper in der Landschaft.
  3. Die Vollendung des bestehenden Museumsrundgangs zu einem anregenden Spaziergang durch die Sammlung.
1. Museumsplatz
Dieser entwickelt sich in der Breite eines bestehenden Pavillons aus dem neuen Foyer heraus bis an die Baumreihe entlang der Bismarckstraße. Er wird durch das Gebäude für die Wechselausstellung und das Restaurant auf der Westseite begrenzt. Der mit seinem Vordach nahe an die Allee heranrückende flache und dunkle Baukörper und der metallisch schimmernd dahinter aufragende höhere für die ""Galerie der Gegenwart"" formen eine weithin sichtbare charakteristische Silhouette hinter den Baumkronen entlang der Bismarckstraße.

2. Baukörper in der Landschaft
Die neuen Baukörper orientieren sich an den Abmessungen und Proportionen der Bestandsgebäude. Ihre Ausbildung führt die ""Regelhaftigkeit der Baukörper"" und deren ""Ornamentierung mittels Materialeigenschaften"" fort. Knappe Formen und sorgfältig geschnittene Öffnungen kennzeichnen die beiden langgestreckten Quader unterschiedlicher Höhe.

3. Museumsrundgang
Das neue Foyer erweitert den Museumsplatz bis tief in das Museumsgebäude hinein. Bereits vor dem Gebäude, spätestens aber mit dem Eintritt in die zentrale Eingangshalle gewinnt man einen Überblick über die Aktivitäten im abgesenkten Saal für die Wechselausstellungen. Das Foyer bietet ausreichend Platz für ankommende Besuchergruppen, der Shop kann getrennt vom Museumsbetrieb direkt vom Museumsplatz erreicht werden. Im Schnittpunkt von Foyer und Querhalle (ehemaliges Foyer) liegt der Informationsstand mit der Kasse. Alle öffentlichen Museumsbereiche werden über Foyer und Querhalle erschlossen: Der Rundgang durch die ständige Sammlung beginnt bzw. endet hier, die Wechselausstellungssäle und der neue Skulpturenhof können unabhängig von der ständigen Ausstellung besucht werden. Beide neuen Säle werden über Oberlichter mit ausgeblendetem Tageslicht versorgt und sind flexibel unterteilbar. Die bestehende Anlieferung auf der Westseite wird ausgebaut zu einer leistungsfähigen Anlage mit direktem Zugang zur neuen Wechselausstellung und einem neuen Transportaufzug in der Fuge zwischen Alt- und Neubau."
Kantonsschule Erweiterung der Kantonsschule in Uster / Schweiz
Internationaler Realisierungswettbewerb 2007, 2. Bearbeitungsstufe
Mitarbeit:Anita Schepp, Josef Verhoff; In Zusammenarbeit mit Wolfgang Raderschall
Auslober:Gemeinde Uster / Schweiz
public vending Prototyp für elektronische Verkaufsstände im öffentlichen Raum
Realisierungswettbewerb 2007; Ankauf
Auslober:Bundesverband deutscher Automatenhersteller und Betreiber
Entwurfsidee
Eine quadratische Säule und ein quadratisches Dach bilden ein Modul, daß sich mannigfaltig kombinieren läßt.
Auf diese Weise können auf den jeweiligen Stadtraum angepaßte Funktionseinheiten für Haltestellen, Versorgungsstellen, Informationsinseln, Treffpunkte, Eingänge zu öffentlichen Einrichtungen, Parkplätze und dergleichen in unterschiedlicher Größe zusammengestellt werden.
Der modulare Aufbau aller Teile ermöglicht dabei sowohl nachträgliche Veränderungen als auch Erweiterungen der Anlage.
Die Säule bietet Platz für Informationstafeln aller Art und Größe, Automaten für Zeitschriften, Fahrkarten und Lebensmittel, Abfalleimer, Sitzgelegenheiten, Telefon- und Internetstationen bis hin zu WC Anlagen. Außerdem lassen sich Schaltschränke, Videoüberwachungen und Notrufanlagen problemlos zusätzlich integrieren.
Vierseitig angebrachte Stahlrahmen lassen sich fest oder drehbar (Wartung) auf der Grundkonstruktion montieren und können mit unterschiedlichen Paneelen, abgestimmt auf die dahinterliegenden Funktionen bekleidet werden.
Die einfache geometrische Form des Moduls formt ein wiedererkennbares Zeichen im Stadtraum, die Kombinierbarkeit und die variantenreiche Ausstattung sorgen für immer neue räumliche Eindrücke und Erlebnisse.
Es entsteht ein funktionales, visuell abwechslungsreiches Stadtmöbel, das unterschiedlichste Funktionsgegenstände bündelt und dazu beiträgt, den Stadtraum zu entrümpeln.
Wohnen auf dem Land 12 Villen in Bensberg - Moitzfeld
Städtebaulicher Studie 2007
Auftraggeber:JUKTIM!, Köln
Am Ortsrand von Bensberg Moitzfeld sollten entlang einer bestehenden Straße hochwertige Einfamilienhäuser auf Grundstücken von 1000 qm geplant werden. Als Alternative zu einem Investorenentwurf wurde ein Konzept entwickelt, das die bestehenden Landschaftsmerkmale respektiert und verstärkt anstatt sie zu negieren.
Die Einzelgebäude werden durch landschaftplanerische Maßnahmen in die bewegte Topographie eingebunden. Der modulare Aufbau der Häuser erlaubt individuelle und flexible Grundrisslösungen und eine enge Verzahnung mit dem Außenraum.
Goethe in Kairo Neues Goetheinstitut in Kairo / Ägypten
Realisierungswettbewerb 2007; Wettbewerbsteilnahme nach Auswahlverfahren
Mitarbeit:Anita Schepp, Josef Verhoff; In Zusammenarbeit mit Raderschall Architekten
Auslober:Bundesrepublik Deutschland (BBR Berlin)
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:
Das Privileg, in dem sich schnell und stetig verdichtenden stadtraum von Kairo über eine großzügige Freifläche zu verfügen, bleibt auch nachdem Umbau erhalten.Der Neubau präsentiert sich als offenes Haus im Park zwischen den gründerzeitlichen Villen. Seine Silhouette hinter den großen Palmen wird zum Kennzeichen für das Goetheinstitut und den DAAD in Kairo.
Die Kompaktheit des Neubaus ermöglicht eine große zusammenhängende Freifläche und verschafft der alten Villa neue Präsenz. Der langgestreckte Neubau blendet die nah rückenden Hochhäuser auf der Rückseite des Grundstücks aus und stellt einen Höhenbezug zur zweiten Villa des Goetheinstituts/DAAD her.
Die Grundstücke der Häuser 13 und 17 werden durch das Zusammenspiel der vorgelagerten Gärten und deren Einfriedung durch das ""Band der Gedichte"" zum bestimmenden Element des Strassenraumes.
Der große Garten wird durch den Neubau verschattet und damit auch in den heißen Sommermonaten nutzbar. Das neue Gebäude lebt vom Wechselspiel zwischen der Erschließungsspange mit ihrer geschossübergreifenden Schattenwand auf der Südseite und den zum Garten offenen Räumen auf der Nordseite
in den Berg ... durch den Berg Erweiterung Bergiselmuseum in Innsbruck
Realisierungswettbewerb 2006
Mitarbeit:Wolf Epler, Jörg Ballnath;
Auslober:Stadt Innsbruck/Österreich
Das auf einem markanten Plateau oberhalb von Innsbruck gelegene BergIsel Museum erinnert an den Freiheitskampf der Tiroler gegen napoleonische und bayerische Truppen und insbesondere die Schlachten am BergIsel im Jahr 1809. Aufgabe des Wettbewerbs war ein weitgehend unterirdisch organisierter Neubau. In dessen Inneren stellt ein Riesenrundgemälde das Geschehen der Schlacht dar. Unser Entwurf inszenierte die exponierte Lage des Felsplateaus untern anderem, indem das Gebäude dicht an die Felskante tritt und teilweise über sie hinausragt.  Den Auftakt des Museumsbesuchs bildet der spektakuläre Weg über eine großzügige, weit in die angrenzende Sillschlucht ragende zweiläufige Treppenanlage hinein ins Innere des Berges. Der Weg der Besucher durch das Innere des Felsplateaus ist schon für sich ein Erlebnis: Enge, direkt in den Fels getriebene Gänge wechseln mit Licht erfüllten Räumen und Panoramablicken ab. Das Museum gliedert sich in drei Ausstellungsbereiche: Zum einen das bestehende Kaiserjägermuseum, dessen Erschließung mit einem neu geschaffenen Treppenaufgang bzw. Aufzug reorganisiert wird. Hinter dem neuen Eingang in den Berg schließt als zweiter Bereich eine lang gestreckte Halle für Wechselausstellungen an. Hat der Besucher diese Halle durchquert, gelangt er in den von einer gläsernen Kuppel mit Tageslicht erhellten Saal des Rundgemäldes.
things that fall Mobiler Pavillon für Joe Scanlan im Kunstmuseum K21 in Düsseldorf
Entwurfs-, Ausführungsplanung, Ausschreibung, Bauleitung
Mitarbeit:In Zusammenarbeit mit Josef Verhoff und Joe Scanlan;
Auslober:K21 – Kunstsammlung NRW
Der modulare Pavillon war Teil der Ausstellung ""Passing through"" mit Arbeiten des amerikanischen Konzeptkünstlers Joe Scanlan und wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entwickelt. Er besteht aus drei Hauptelementen und ist in Leichtbauweise konstruiert. Es kann mit wenigen Handgriffen verändert werden, sodass immer wieder andere Raumgefüge entstehen. Im Verlauf des anderthalbjährigen Projektes wanderte der Pavillon durch regelmäßigen, partiellen Umbau langsam über die vier Flügel des Kuppelraums.

Aus dem Pressetext des Museums: Der Pavillon ist gleichzeitig Skulptur und funktionales Gehäuse, er kann ebenso für Kunst wie in Zukunft auch für andere sinnvolle Zwecke genutzt werden. Er nimmt die flanierende Bewegung des Besuchers im Kuppelraum auf, unterwandert so beiläufig seine eigene statische Natur und gibt den gezeigten Kunstwerken dennoch einen flexiblen Rahmen. Bewusst verschiebt er dabei den musealen Charakter in Richtung auf Präsentationsformen, wie man sie von temporären Messearchitekturen und anderen Konsumbauten kennt. Diese Angleichung an geläufige Formen der Wahrnehmung liefert die Kunstwerke jedoch nicht der Warenwelt aus, sondern nutzt diese gleichsam als Kommunikationsform. Die Wahl bescheidener, aber klarer und eleganter Formen und Materialien gibt dem Pavillon eine ganz eigene Würde.
neo_leo / convertible city Ausstellung im Pavillon der Bundesrepublik Deutschland auf der Architekturbiennale in Venedig
Teilnahme an der Ausstellung der Bundesrepublik Deutschland auf der 10. Architekturbiennale Venedig 2007
Wohnen im Wollwerk Umnutzung einer Textilfabrik in Mönchengladbach-Rheydt
Entwicklungsstudie 2007
MitarbeitIn Zusammenarbeit mit Wolfgang Raderschall;
AuftraggeberPrivat
Poströntgenstelle Kontrollgebäude am Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Bonn
Entwurfs., Genehmigungs- und Ausführungsplanung, Ausschreibung, Bauleitung,
Mitarbeit:In Arbeitsgemeinschaft mit Josef Verhoff und Dieter Kral;
Fertigstellung:2005
Auftraggeber:Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)/Bundesrepublik Deutschland
Fotos:Anja Schlamann
Aufgrund erhöhter Sicherheitsanforderungen entschloss sich der Bund, alle an das Ministerium adressierten Briefe und Pakete zu durchleuchtet. Das kubisch-kompakte Gebäude dient diesem Sicherheitscheck; die überprüfte Post wird anschließend in die Abteilungen des Ministeriums weitergeleitet. Aus Sicherheitsgründen ist das Gebäude im Erdgeschoss als massive Betonkonstruktion ausgeführt. Sie ist in der unteren Hälfte mit horizontal geschichteten Ziegeln und im oberen Bereich mit einer hellen Lärchenschalung bekleidet. Horizontale und vertikale Fensterbänder beleben den ansonsten geschlossenen Baukörper.  Der Kontrast und die gegenseitige Umschließung von "schwerer", steinernen Basis und leichter, hölzerner Hülle an der oberen Gebäudepartie sind das bestimmende Merkmal des Gebäudes.
neo_leo / wohnen vertikal Umbau eines Mehrfamilienhauses in Köln
Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung, Ausschreibungen, Bauleitung
Mitarbeit:In Zusammenarbeit mit Josef Verhoff
Fertigstellung:2006
Auftraggeber:privat
Fotos:Lukas Roth
Mittels einer komplett in der Werkstatt vorgefertigten und einem Kran durch das ausgebaute Dachgeschoss eingehobenen „Holzkiste“ entstand in einem Gründerzeithaus neuer, vielfältig nutzbarer Lebensraum für eine Familie. Die präzise gefügte Konstruktion aus großflächigen Holztafeln fungiert über drei Ebenen als Treppe, Geländer, Raumteiler, Schrank, Regal und gliedert als orangerot leuchtende Skulptur die gesamte Wohnung. Sie mündet unter einem Oberlicht in ein großzügig verglastes Studio im Dachgeschoss.
Villa T_in_D Villa und Gartenanlagen
Gutachterwettbewerb 2004; 2.Preis
Auftraggeber:privat
Museum im Park Erweiterung Clemens - Sels - Museum in Neuss
Realisierungswettbewerb 2003; 2.Preis;
Mitarbeit:Anita Schepp, Josef Verhoff In Zusammenarbeit mit Wolfgang Raderschall
Fotos:Lukas Roth
Ziel des Wettbewerbs war die Neuordnung des gesamten Museumskomplexes. Er besteht aus einem mittelalterlichen Stadttor und einem solitären Klinkerkubus des Architekten Harald Deilmann, der 1975 als Ersatz für das im 2. Weltkrieg zerstörte Museumsgebäude errichtet worden war. Im Rahmen der Reorganisation sollte die Ausstellungsfläche um 3.400 Quadratmeter vergrößert werden.

Auszug aus der Jury-Beurteilung des Entwurfs von Dirk Lüderwaldt und Wolfgang Raderschall:
"Die Konzeption der Museumsrundgänge ist durch doppelte Anbindung im UG und 1.OG optimal organisiert. Schöne Blickbeziehungen nach außen wechseln mit introvertierten, gut nutzbaren, geschlossenen Oberlicht-Ausstellungssälen ab, die vielfältigste Ausstellungsorganisationen erlauben. Diese Freiheit für die Bespielung des Museums ist konzeptionell gut durchgearbeitet und wird positiv bewertet. Die Ausbildung der Fassaden, die Beiträge zur Museumstechnik, die sorgfältige Komposition von Tageslicht-Ausblicken mit Parkbezug und innerer Museumsorientierung sind von hoher Qualität: Ohne den Altbau zu dominieren, wird ein überzeugendes Ensemble von Alt und Neu zu einem neuen Museum zusammengefügt und gekonnt in die Parklandschaft platziert"
Haus WD_in_K Sanierung und Erweiterung eines Einfamilienhauses
Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung, Ausschreibung, Bauleitung
Mitarbeit:Charlotte Wermuth
Fertigstellung:202
Auftraggeber:Privat
Fotos:Jörg Hempel
Ein Gebäudeensemble mit seinem ursprünglich als Zweifamilienhaus konzipiertem Hauptgebäude aus dem Jahre 1955 und mehreren Anbauten sollte zu einem Wohnhaus mit Arbeitsräumen umgebaut werden. Die vorgefundenen Räumlichkeiten hatten durch die im Laufe der Zeit erfolgten Umbauten und Ergänzungen im Äußeren, vor allem aber im Inneren jedweden Raumzusammenhang verloren. Wir beließen die äußere Kontur des Gebäudes und stärkten sie durch gezielte Eingriffe: Das Haus wurde von Vergitterungen, außenliegenden Rolladenkästen, Vordachkonstruktionen und anderem Beiwerk befreit. Eine offene Treppenanlage bildet die räumliche und funktionale Schnittstelle zwischen Alt und Neu. Als leichte Stahlkonstruktion führt sie durch neu geschaffene Deckendurchbrüche vom Keller bis zum Dachgeschoss, wo sie in einem großzügigen Luftraum endet. Im Erdgeschoss fügten wir in vergrößerten Öffnungen neue Fenster und Fenstertüren ein, um die Belichtung und den Außenkontakt zu verbessern. Die Schaffung vielfältiger Sichtbeziehungen von Innen nach Außen, die Materialfügung, die einheitliche Detailausbildung und das ganzheitliche Farbkonzept lassen das Haus zu einer funktionalen und räumlichen Einheit werden.
Hörsaalzentrum Hochschulgebäude für die Fachhochschule in Osnabrück
Realisierungswettbewerb 2001; Ankauf;
Mitarbeit:Anita Schepp; In Zusammenarbeit mit Wolfgang Raderschall
Fotos:Jörg Hempel
Polizei- und Feuerwehrstation Rettungswache und Ausbildungshaus in Dinslaken
Realisierungswettbewerb 2001; 3.Preis
Mitarbeit:Thomas Lenzen, Dirk Zaloga, Jörg Ballnath
Auslober:Stadt Dinslaken
Durch die neue Lage am Kreuzungspunkt wichtiger Straßen erhielt das Gebäude von Feuerwehr und Polizei eine seiner Funktion angemessene Präsenz im Stadtgefüge. Das Ensemble zeigt sich in dem zwischen Siedlungs- und Industrieanlagen verbliebenen Freiraum als von weitem sichtbare Silhouette aus geometrisch einfachen, horizontal gelagerten Baukörpern unterschiedlicher Höhe, die einen baulichen Rahmen von hohem Wiedererkennungswert schaffen. Durch ihre kompakte Anordnung wird der Landschaftsverbrauch minimiert. Alle öffentlichen Bereiche von Polizei und Feuerwehr wenden sich konsequent der Straße zu, sind in den Gebäudekonturen klar ablesbar und dadurch für Besucher leicht auffindbar. Das Erdgeschoss der Feuerwehr beherbergt alle Stellplätze und Funktionsräume für die Berufsfeuerwehr, die freiwillige Feuerwehr und die Rettungswache. Die Aufenthalts- bzw. Bereitschaftsräume sind zentral um einen begrünten, ruhigen Innenhof gruppiert, sodass trotz getrennter Funktionsabläufe ein Informationsaustausch zwischen den Mitarbeitern der Rettungsdienste gewährleistet ist. Synergieeffekte werden ebenfalls durch die unter einem Dach gebündelte Anordnung der Verwaltungs- und Fortbildungseinrichtungen aller Dienste gefördert.
Inklusion Schulzentrum für Sonderpädagogik in Wesel
Realisierungswettbewerb 2000, 2. Preis
Auslober:Stadt Wesel
Fotos:Jörg Hempel
"Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:
Stadträumliche Zusammenhänge
Die Lage des Gebäudes konstituiert sich aus den charakteristischen Einflüsse aus der Umgebung:
  • der parkähnliche Landschaft
  • dem stadthistorisch bedingten Höhenversprung auf dem Grundstück
  • den das Grundstück tangierenden Verkehrswegen
  • den zwingend zu erhaltenden Gebäudeteilen der Erich-Kästner-Schule

Die neuen Gebäudeteile bilden unter Einbeziehung des bestehenden Geländeversprungs und der bestehenden Sporthalle eine weitläufige und differenzierte, vom Verkehrslärm abgeschirmte Hofanlage, die mit den angrenzenden Schulgebäuden durch ein engmaschiges Netz von Sicht- und Wegebeziehungen verknüpft ist.


Erschließung der Gesamtanlage
Die Schulen werden über das die beiden Schulen verbindende wettergeschützte ""Forum"" am Vorplatz an der Rheinbabenstraße erschlossen. Die Erich-Kästner-Schule schließt nach Norden mit ihrer zweigeschossigen Halle direkt an das Forum an. Die Halle wird zum Zentrum der Schule, von der aus die neuen Klassen- und Lehrerräume sowie der Altbau erreichbar sind.
Nach Süden erweitert sich das Forum durch den bestehenden Winkelbau hindurch bis zur zentralen Erschließungsspange der neuen Sonderschule ""Zur Bergerfurth"".
Die dem Forum gegenüberliegenden Sporthallen sind von den Schülern, - insbesondere den ""bergerfurthschen""- , wettergeschützt zu erreichen, externe Nutzer können sie direkt über die Zufahrt, - gleichzeitig Feuerwehrzufahrt -, an der nördllichen Grundstücksgrenze erreichen.


Außenanlagen
Die Gestaltung der Außenanlagen soll so weit wie möglich den naturräumlichen Gegebenheiten und ökologischen Notwendigkeiten gerecht werden, d.h. geringstmögliche Versiegelung, Beibehaltung, ggf. Weiterführung der vorgefundenen Geländemodellierung, Minimierung der Eingriffe in den Boden, Erhalt der bestehenden großkronigen Bäume.
Die entsprechend der Nutzung notwendigen Maßnahmen zur rollstuhlgerechten Nutzung des modellierten Geländes orientieren sich an dem vorhandenen Höhenlinienverlauf, der so geformt wird, daß die Landschaft auch bei Nutzung der Rampen erlebbar bleibt, diese nicht Notbehelf sind, sondern Erlebnisraum auch für nichtbehinderte Schüler.


Erich-Kästner-Schule
Die Erweiterung wird dazu genutzt, der Schule ein kommunikations- und gemeinschaftsförderndes Zentrum zu geben. Die dazu entwickelte Halle wird über die bestehenden Erschließungsachsen mit dem Altbau und der Hofanlage verknüpft, so daß ein spannungsvolles und abwechslungsreiches Wegenetz und Raumgefüge im Gebäude und im Zusammenspiel mit den Außenräumen entsteht.
Die neuen Klassen- und Gruppenräume werden soweit wie möglich so gruppiert, daß sich kleinere, überschaubare und Identität schaffende Vorbereiche mit Sitzmöglichkeiten, Ausstellungsflächen und dgl. entwickeln können. Oberlichtzonen und Glasbausteinelemente erlauben eine optimale Ausleuchtung auch der tieferen Klassenräume.
Die Lehrer- und Verwaltungsräume sind leicht auffindbar angeordnet und ermöglichen eine gute Übersicht über Innen- und Außenräume.
Die dienenden Räume werden zentral auf jeder Etage in einem geschlossenen, holzverschalten Block auf der Südseite untergebracht.
Helle, freundliche Materialien, insbesondere hell und farbig lasiertes Holz, gemauerte Ziegelwände und Holzpflaster- und Steinböden ergänzen den bestehenden, stark vom Ziegel geprägten Materialkanon, unterstützen die Lichtführung und sorgen für eine anregende Atmosphäre.


Sonderschule ""Zur Bergerfurth""
Entsprechend den differenzierten Anforderungen an die Raumqualitäten gliedert sich die Schule entlang der in Ost- Westrichtung verlaufenden Erschließungsspange in mehrere Bereiche unterschiedlicher Ausformung und unterschiedlicher ""Öffentlichkeit"" bzw. ""Privatheit"".
Die ans Forum anschließende Eingangshalle bezieht die Konstruktion der bestehenden Schule ein, in den vormaligen Klassenräumen werden auf zwei Etagen die Räumlichkeiten für Lehrer und Verwaltung untergebracht. Die Halle mündet zwischen dem ""Block"" der Hausmeisterwohnung und dem Verwaltungstrakt in ein sich rechtwinklig zu ihr entwickelndes Raumgefüge, das im weiteren Verlauf den bestehenden Höhenversprung im Gelände für eine erweiterte räumliche Vielfalt ausnutzt, ohne dabei die besonderen Anforderungen an eine rollstuhlgerechte Erschließung zu vernachlässigen.
Die Erschließungsspange beherbergt die notwendigen Aufzugsanlagen, die Kurzverbindungen für das Personal, die Installation und eine Reihe dienender Räume. Sie trennt das Gebäude in zwei Hälften:

Auf der Südseite, - und damit zur lauteren Seite -, liegen sämtliche Räume für handwerkliche, hauswirtschaftliche und sonstige Sondernutzungen, die keinen besonderen Ruhebedarf haben. Die Räume sind flexibel unterteilbar und an veränderte Platzbedürfnisse, abhängig von den pädagogischen Notwendigkeiten, anpaßbar. Die Gebäudehülle besteht hier aus einer jeweils geschosshohen Pfosten- Riegelkonstruktion mit unterschiedlichen Füllelementen aus unterschiedlich transparentem Glas, feststehenden und beweglichen Flügeln.
Eine vorgehängte, begehbare Stahlkonstruktion mit Holzlamellen und -bohlen schirmt das Gebäude gegen die Südsonne ab, ohne daß die Aussicht und damit der Kontakt nach außen eingeschränkt wird.

Nach Norden schließen zwei Klassenflügel an die Spange an. Sie beherbergen, in geschützter Lage, die Klassenräume mit den jeweils direkt angegliederten Gruppenräumen, im obersten Geschoss liegt der besonders lärmempfindliche Ruheraum mit einer zum Hof vorgelagerten Ruheterrasse.
Die beiden ""Klassenhäuser"" erinnern in ihrer Ausgestaltung mit Balkonen, Terrassen, Eingangsbereichen an ""Wohnungen"" und entsprechen damit dem pädagogischen Konzept, hier eine ""Heimat"" in einem überschaubaren Bereich zu schaffen. Diesem Konzept folgend, sind die notwendigen Sanitäranlagen einschließlich Wickelraum dezentral den Klassen zugeteilt.
Die beiden Klassenhäuser umfassen einen ruhigen Schulhofbereich, der Arbeit und Unterricht im Freien ermöglicht.

Im Gegensatz dazu wird der östliche Binnenhof mehr für gemeinsame Aktivitäten genutzt, er stellt ""unter dem Haus hindurch"" eine ebenerdige Verbindung zwischen der geschützten Hofanlage und dem der Sonderschule vorgelagerten Parkbereich zur Straße her. Diesem Übergangsbereich zugeordnet sind die beiden Sonderräume zum Musizieren (innerhalb von eingestellten schützenden Mauern) und der große Spielraum, der durch seine spezielle Form, seine Orientierung zum Außenraum und durch den vorgelagerten vertieften, bewachsenen Innenhof die Erlebnisvielfalt steigert.

Die Hauswirtschaftsräume im darüberliegenden Geschoss münden in Terrassen, die den Arbeits- und Aufenthaltsbereich erweitern und ergänzen (""Kräutergarten"").


Sporthalle
Die Sporthalle ist als Teil der Parklandschaft konzipiert, die sich zum durch die Mauerreste der ehemaligen Zitadelle gebildeten Geländeversprung orientiert und sich zum Schulhof öffnet. Die eingeschobenen Baukörper bergen die dienenden Funktionen, sind vom Schulhof aus begehbar (Galerie). Die weit in den Hof hineinreichenden Dächer bieten geschützte Aufenthaltsbereiche im Nahbereich zur Sporthalle, die Sanitäranlagen können vom Schulhof aus mitgenutzt werden."
Wohnen unterm Dach Dachgeschosserweiterung in Köln
Bestandsaufnahme, Entwurfs- und Ausführungsplanung, Ausschreibungen, Bauleitung,
Mitarbeit:Charlotte Wermuth
Auftraggeber:Privat
Fotos:Jörg Hempel
Atelier für Sabine Odensaß Künstleratelier in Bergheim
Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung, Ausschreibung, Bauleitung
Fertigstellung:2008
Auftraggeber:Privat
Fotos:Jörg Hempel
Der Neubau erweiterte ein bestehendes Einfamilienhaus aus den sechziger Jahren um ein Atelier. Gefordert war ein möglichst großer und hoher Raum zum Malen und Ausstellen mit guten Tageslichtbedingungen und direktem Gartenbezug. Dieser sollte jedoch nicht verschattet oder zugestellt werden. Die Antwort auf diese Anforderung war ein Baukörper, der die Hüllform des Bestandsgebäudes spiegelt. Dabei wirkt er an der Gartenseite wie ein niedriges ?Gartenhäuschen? während sich in dem zur Straße orientierten Hochpunkt ein großes Oberlicht zur Versorgung des Raumes mit neutralem Nordlicht befindet. Über einen verglasten Treppenaufgang wird die Verbindung zum Keller des Altbaus hergestellt, der als Lagerflächen des Ateliers dient. Eine differenzierte Lichtführung und die präzise Fügung von Form und Material charakterisieren das Gebäude.
Hafen Düsseldorf Umnutzung für das Hafengelände in Düsseldorf
Realisierungswettbewerb 1999, Ankauf;
Mitarbeit:Anita Schepp; In Zusammenarbeit mit Wolfgang Raderschall
Fotos:Jörg Hempel
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:
Ausgangspunkt für die Entwurfsidee sind die charakteristischen Merkmale der Kulturland- schaft im Düsseldorfer Rheinbogen:
  • die Weitläufigkeit der Flußlandschaft mit den querenden Linien der Verkehrswege
  • die diese Landschaft dominierenden baulichen Orientierungspunkte (Fernsehturm, Brücken etc.)
  • die Großzügigkeit der neugeschaffenen Parklandschaft zwischen Stadtzentrum und dem Hafengelände
  • die Lage an der Schnittstelle von Wohnbebauung und ausgedehntem Industriegebiet mit seinen mächtigen Funktionsbauten
  • die dichte Bebauung unmittelbar um den ehemaligen Handelshafen.
Das neue Quartier an der Speditionsstraße muß diese großmaßstäblichen Zusammenhänge berücksichtigen, um sich als zukunftsträchtiger neuer Stadtteil in dieser Umgebung zu behaupten.

Die hohen Gebäude wirken von nah und fern als Attraktoren im städtischen Raum und stellen eine großmaßstäbliche Verknüpfung mit den markanten Gebäuden der Umgebung her.
Das große Hochhaus am Ende der durch die geradlinige Kaimauer aufgebauten Achse am südlichen Ende des Planungsgebietes und das Hochhaus auf der Spitze der Landzunge ziehen im Zusammenspiel mit dem Fernsehturm ein Dreieck auf, in dem sich der neue Stadtteil entwickelt.
Die kleineren Hochhäuser legen sich weithin sichtbar als zweiter offener Ring um den von den alten und umgebauten Speichergebäuden gesäumten alten Handelshafen und markieren in zweiter Reihe eine neue Stadtkante jenseits der alten Hafengebäude .
Die Gebäude um das südliche Hochhaus übernehmen die kleinmaßstäbliche Verflechtung mit den Bebauungsstrukturen der Nachbarschaft und formulieren das Entree in den neuen Stadtteil.

Bei hoher Grundstücksausnutzung wird der Kontakt zum Wasser auch bis in die Tiefe der Halbinsel aufrechterhalten. Im Gegensatz zum Ufer zum ehemaligen Handelshafen entsteht eine landschaftsbetonte Uferausbildung. Die in unterschiedlichen Winkeln zueinander stehenden Gebäude bilden mit den bestehenden Speichergebäuden im Rücken attraktive, sich zur umgebenden Landschaft öffnende Freiräume. Die die gesamte Stadt durchziehende Parkanlage wird so bis zum neuen Hochhaus fortgeführt. Die Alleeanlagen der Gladbacher Straße werden bis zu diesem Grünzug verlängert. Der Forderung nach verbesserter Durchlüftung des Hafenareals kann so optimal entsprochen werden.
Wohnen in der Mühle Sanierung und Umbau einer Wassermühle in Dirmerzheim
Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung, Ausschreibung, Bauleitung
Mitarbeit:Josef Verhoff, Jörg Ballnathl
Fertigstellung:2000
Auftraggeber:Privat
Fotos:Jörg Hempel
Der Umbau reaktivierte eine lange Zeit leer stehende ehemalige Wassermühle, die Bestandteil einer denkmalgeschützten Gutsanlage ist. Die Maßnahme ist Teil der Umstrukturierung des Gutshofs zu einer Wohnanlage. Ziel der Planung war die Reparatur der teilweise zerstörten Anlagen, der Erhalt bzw. die Wiederherstellung der großzügigen Raumfolgen und die Schaffung flexibel nutzbarer, gut belichteter Räume. Das frühere Mühlenbecken wird überbrückt und zum Entrée. Eine mit den massiven Wänden und Holzbalken kontrastierende, filigrane Treppenkonstruktion verbindet die Geschosse. Die historischen Materialien und ihre Zeitspuren bleiben sichtbar. Die Anlage wird wieder bewohnbar, aber nicht behübscht.
Kolumba Diözesanmuseum in Köln
Realisierungswettbewerb 1997;
Mitarbeit:Sebastian Schöll, Claudia Schmitz In Zusammenarbeit mit Wolfgang Raderschall
Fotos:Jörg Hempel
Wallraf-Richartz-Museum Kunstmuseum in Köln
Realisierungswettbewerb 1996;
Mitarbeit:Claudia Schmitz In Zusammenarbeit mit Wolfgang Raderschall
Fotos:Jörg Hempel
Das an exponierter Stelle innerhalb der Innenstadt errichtete Museum zählte zu den wichtigsten Kölner Museumsneubauten im zurückliegenden Jahrzehnt. Verwirklicht wurde 2002 der Entwurf von Oswald Mathias Ungers.
Auszug aus dem Erläuterungsbericht zum Wettbewerbsbeitrag von Dirk Lüderwaldt und Raderschall Architekten: Mit seiner zentralen gläsernen Halle präsentiert sich das Museumsgebäude als offenes Haus; im Boden der Halle zeigen sich die freigelegten Spuren einer einzigartigen Ansammlung einander überlagernder Epochen der Kölner Stadtgeschichte. 

Das Museum bezieht die Umgebung mit ihren Monumenten (Gürzenich, Kirchenruine St. Alban, Rathaus) als Ausstellungshintergrund ein und wirkt ins städtische Umfeld hinein. 

Brücken durchqueren die zentrale Halle in allen Ebenen und lassen Tageslicht bis in die zugänglich gemachten und als Ausstellungsräume genutzten Grabungsstätten fallen. Zwischen den Brücken hängen die Exponate frei von der Deckenkonstruktion. Die Bilder schweben optimal beleuchtet frei als ""Bild-Objekte"" im Raum.
Wasserwelt Hallenbad in Hoyerswerda
Realisierungswettbewerb 1996; 2. Preis;
Mitarbeit:Claudia Schmitz In Zusammenarbeit mit Wolfgang Raderschall
Fotos:Jens Willebrand