Realisierungswettbewerb, 2.Phase /Auswahlverfahren) 2013
Christina Enke, Friedrich Prigge;
Grün Berlin GmbH
Auszug aus dem Erläuterungstext zum Wettbewerb:
Während der Fahrt über den Blumberger Damm taucht plötzlich parallel zur Straße eine markante Linie in der Landschaft auf: eine lange Natursteinmauer durchschneidet die sanften Hügel entlang der Straße; darüber schwebend ein horizontal gelagertes Dach; davor ein weitläufiger, mit lockeren schattenspendenden Baumgrup- pen bestandener Platz. Nachdem man die Kassenpavillons unter einer langgestreckten Pergolakonstruktion pas- siert hat, bündeln sich die Wege über diesen Platz zu einem breiten Weg auf dem Rücken des sanften Hügels. Das Auge fokussiert die weithin sichtbare Öffnung in der Mauer: Der Zugang zum neuen Besucherzentrum wird inszeniert als ein allmählicher, bedächtiger Aufstieg zum Tor in die ““Gärten der Welt”“.
Beim Näherkommen entpuppt sich die aus Bruchsteinen gefügte Mauer als große begehbare Skulptur: Sie ver- bindet als Höhenweg entlang der äußeren Grenze der Parkanlagen die zukünftigen ““Gartenkabinette”“, dient als Ausstellungsbereich für die ““Gesteine der Welt”“ und ermöglicht einen phänomenalen Überblick über den Vor- platz und über die zunächst noch hinter der Mauer verborgene Parklandschaft.
Das große zweiflügelige Holztor am Ende des aufwärts führenden Weges öffnet sich selbsttätig und gibt den Blick frei über die bequemen Sitzlandschaften der Eingangshalle hinaus auf die Terrassen und weiter hinab über die Wiesen und Wege der weitläufigen Parkanlagen.
Auf deren höchstem Punkt gelegen, von einer kräftigen Mauer begrenzt und von einem weit in den Park ausgreifenden Dach geschützt, wird das neue Besucherzentrum als eigenständige Skulptur zum Aussichts- und Orientierungspunkt für die ““Gärten der Welt”“
Das Gebäude ist in seinem Aufbau einer traditionellen ““Orangerie”“, also einer Art Wintergartenkonstruktion vor einem massiven Gebäudeteil, nachemfpunden, so daß ein ungehinderter Ausblick in die Parkanlagen gewährleistet ist.
Rechts und links der Eingangshalle schließen ebenerdig die Veranstaltungssäle und das große Restaurant an. Beide Bereiche öffnen sich zum Park und werden über die rückwärtige Mauer ““angedient”“:
Catering und Lagerräume für die Veranstaltungssäle, Küche und Theke für das Restaurant. Der Empfangshalle zugeordnete Servicebereiche sind beidseits des Eingangs in der ““Mauer”“ untergebracht.
Das weitgespannte, einseitig auf der Mauer aufgelagerte Dach fungiert wie ein großer Schirm mit vielfältigen Funktionen: Es dient zunächst als Witterungsschutz gegen Regen, Wind und Sonne. Darüber hinaus ist es so ausgebildet, daß es über schachbrettartig angeordnete Glasfelder das Tageslicht und die Sonnenenergie filtert und hineinläßt. Die geschlossenen Dachfelder nehmen Solarpaneele auf, nach unten sind sie als Lichtdecken ausgebildet. Die hellen Dachbereiche vom Tage werden so am Abend und in der Nacht zu dunklen Flächen mit Ausblick in die Sterne, die am Tage dunklen Flächen erhellen das gesamte Eingangsbauwerk am Abend und in der Nacht. Die Lichtflächen sind so ausgebildet, daß sie unterschiedliche, auf die jeweilige Nutzung abgestimmte Beleuchtungsszenari- en ermöglichen und als Lichtskulptur vom Park und vom Blumberger Damm sichtbar werden.
Die Glasfassaden zum Park sind horizontal gegliedert: Die untere Zone ist über Schiebetore großflächig öffenbar, der Blendund Sonnenschutz erfolgt über innenliegende, flexibel einsetzbare Vorhänge. Die Glasflächen in der mittleren Zone werden mit im Scheibenzwischenraum liegenden Lamellen als Sonnenschtuzelemente ausgebildet. Die obere Zone wird durch das weit auskragende Dach weitgehend verschattet, die Gläser werden als Sonnenschutzgläser ausgebildet und erlauben einen ungefilterten Ausblick vom Höhenweg auf der Mauer bis weit hinaus in den Park.
Die ““Mauer”“ beherbergt neben den bereits beschriebenen dienenden Funktionen für Restaurant, Eingangshalle und Veranstaltungssäle die über einen gesonderten Eingang und Treppenaufgang erschlossenen Nebenräume für die Küche, die Räume für die Mitarbeiter und weitere Lager, die von der Logistikfläche und vom Park erschlossenen Müllräume und die Technikräume. Die Mauer besteht aus Betonwänden mit einer vorgemauerten Schale aus grob gehauenen Bruchsteinen.
Der Höhenweg ist als Verbindung der im Masterplan vorgesehenen ““Gartenkabinette”“ entlang der Parkgrenzen vorgesehen.
Aufgereiht, in regelmäßigen Abständen in die Brüstung mit eingemauert sind hier die ““Gesteine der Welt”“ versammelt: Mineralien, Steine und geologische Besonderheiten wie Meteoritenreste aus allen Teilen der Welt werden hier in einer gesonderten Ausstellung auf dem Weg durch die ““Gartenkabinette”“ ausgestellt.






