Realisierungswettbewerb 2013

Friedrich Prigge

Stadt Berlin

Auszug aus den Erläuterungen zum Wettbewerb:

“Einladend, offen, gewinnend, so wünsche ich mir ein Gotteshaus des 21. Jahrhunderts, in dem sich Gott und Mensch, Gott und Welt und die Menschen untereinander begegnen können.”

Wir wollen diesen der Wettbewerbsauslobung vorangestellten Wunsch des amtierenden Erzbischofs aufgreifen, dazu zunächst die Sichtbarkeit der Kirche im Stadtraum steigern und durch eine verbesserte Aufenthaltsqualität im umge- benden Stadtraum die Einbettung des sakralen Gebäudes ins weltliche Gefüge der Stadt erreichen. Die winkelförmige Erweiterung des jetzigen Bernhard-Lichtenberg-Hauses wollen wir durch einen einfachen, das ur- sprüngliche Gebäude nach Westen erweiternden, Kubus ersetzt, um der Kirche einen größeren Wirkungsraum zu ver- schaffen. Weiterhin schlagen wir vor, den die Kirche umgebenden, von den Nachbargebäuden begrenzten Stadtraum so weit wie möglich von Verkehr und Einbauten freizuhalten und mit einem einheitlichen Belag zu pflastern. Eine funktionale Verbindung von Kirche und Lichtenberg-Haus erfolgt unterhalb der Platzoberfläche. Das Bernhard-Lich- tenberg-Haus wird im Erdgeschoss räumlich und funktional möglichst durchlässig ausgestaltet. Um die Kathedrale entsteht so ein zurückhaltender, die Üppigkeit und Pracht des Kirchenbaus zur Geltung bringender, baulicher Rahmen mit einem attraktiven, geschützten Freibereich unter einer schattenspendenden Platane zwischen Kirche und Bern- hard-Lichtenberg-Haus.

Das Hauptziel unserer Vorschläge für die Veränderungen im Innenraum der Kathedrale ist die Wiedergewinnung der für eine Bischofskirche notwendigen zeremoniellen Vielfalt. Wir schlagen vor, dazu das den Kirchenraum trennende Schwippertsche “Loch” (Zitat Schwippert) zu schließen und der Kirche so wieder eine räumliche, der Liturgie nicht im Wege stehende, sondern dienende Mitte zu geben…..und zwar im Erd- und im Obergeschoss. Gleichzeitig erscheint es uns dringend geboten, eine räumliche Verbindung zwischen Ober- und Unterkirche beizube- halten, allerdings in Umkehrung der Schwippertschen Lösung beiläufiger, nicht im Zentrum des Zentralraumes. Durch den vorgeschlagenen Umbau entstehen vier unterschiedlich große, atmosphärisch differenzierte und weitge- hend unabhängig voneinander und parallel nutzbare runde Zentralräume:

der große Kathedralraum der Oberkirche bis zur Kuppel - der von einem Ring aus Kapellen begrenzte Zentralraum der Unterkirche; die Rotunde im Annexbau der Oberkierche unter der kleinen Kuppel, und der sternenförmige Raum darunter.

Ein Ring aus Öffnungen entlang der Außenfassaden von Haupt- und Annexbau verbinden Ober- und Unterkirche zu einem auch vertikal zusammenhängenden Gefüge aus diesen vier Zentralräumen.