Städtebaulicher Realisierungswettbewerb;

Teilnahme nach Bewerbungsverfahren 2017;

In Zusammenarbeit mit Kunst + Herbert Architekten / Hamburg und Dirk Melzer Landschaftsarchitekt / Köln;

Auslober:Stadt Kerpen / Eigentümer Schloss Türnich

Für das Schlossgelände in Türnich sollte in einem interdisziplinären Wettbewerbsverfahren ein städtebauliches Gesamtkonzept erarbeiten werden. Für das historische Wasserschloss in Türnich gab es differenzierte Nutzungsideen der Auslober, die in einem Masterplan räumlich zusammengefaßt werden sollten. Einzelne Bereiche daraus sollten bereits im Wettbewerb planerisch vertieft werden. Neben der Sanierung und der Neuorganisation des eigentlichen Schlossgeländes und dessen baulichen Anlagen galt es, die vorhandenen angrenzenden Landschaftsbereiche besser mit der Schlossinsel zu verbinden und die räumlichen und funktionalen Verzahnungen mit der unmittelbar angrenzenden Stadt zu verbessern.

Auszug aus den Erläuterungen zur Wettbewerbsarbeit:

Trotz der geographischen Verbundenheit der Schlossanlage mit der Ortschaft, haben beide Bereiche derzeit kaum sichtbare Verknüpfungen: Man kann den Ort passieren ohne die Schlossanlage wahrzunehmen. Andersherum kann man Stunden im Park verbringen und ihn wieder verlassen, ohne mit dem Ort in Kontakt zu treten. Weiter vermutet man hinter dem Schloss weder einen vorbildlichen landwirtschaftlichen Betrieb noch den Zugang in eine (zukünftige) attraktive Freizeitlandschaft. Die Schlossanlage selbst erscheint auf angenehme Weise aus der Zeit gefallen. Der neugierige Spaziergänger wird zum kindlichen Entdecker wenn er quasi „unter Beobachtung“ das Areal für sich entdeckt, um die vermuteten verträumten Landschaftseindrücke zu erleben. Verbunden mit der Vergangenheit, von ihr gezeichnet, der Gegenwart daher eher misstrauend, der Zukunft noch nicht gewiß, stellt sich der Ort heute dar. Vermutlich liegt in dieser Situation auch der Grund für die in der Auslobung festgestellte „wohltuende Wirkung eines Besuches auf Schloß Türnich“ und die beschriebene Wahrnehmung als „spiritueller Ort“. Um diesen Ort mit seiner besonderen Atmosphäre zu erhalten soll und muss sich vieles ändern. Aus diesem Paradoxon heraus entwickelten wir das Motto “Sorgfältig bewahren, beherzt verändern und so pragmatisch die Poesie des Ortes weiter entwickeln!”

Folgende Maßnahmen wurden dazu vorgeschlagen:

1_ Freilegen und Entwickeln von Sichtbeziehungen zwischen Ortschaft, Schloss- und Schlosspark und Landschaft.

2_ Einrichtung funktionstüchtiger Stadträume im Eingangsbereich zum Schlossgelände

3_ Neuordnung und Ergänzung der Nutzungen auf dem Schlosshof

4_ Errichtung eines modellhaften landwirtschaftlichen Betriebshofs mit „Energiedach“

5_ Entwicklung eines beispielhaften Wohnparks mit Möglichkeiten zur Selbstversorgung und Tierhaltung.

6_ Vernetzung von Produktions- und Erlebnislandschaft durch veränderte Erschließung, Strukturierung und Pointierung der landwirtschaftlichen Betriebsflächen und der angrenzenden Landschaftsbereiche durch Aussichtspunkte, Rundwege, Spiel- und Erlebnisangebote.