Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung; Ausschreibungen und Bauleitung
Fertigstellung:2025
Auftraggeber:Erzbistum Köln / Katholische Kirchengemeinde Heilig Geist in Frechen
Lage und Bestand
In Sichtweite zu der von uns 2018 sanierten und umgebauten Burg Bachem und dem 2013 zu einer Wohnanlage transformierten Feldhof markiert der denkmalgeschützte Kirchturm von St. Mauritius den südlichen Ortseingang des Ortes Bachem, einem Ortsteil der Stadt Frechen im Westen von Köln. Das Kirchengebäude umgibt ein ebenfalls denkmalgeschützter Friedhof mit historischen Grabstätten.
St. Mauritius wurde im Jahr 1721 vom seinerzeitigen Herrn der Burg Bachem erbaut, nachdem dieser beide bis zum Jahr 1720 in Bachem bestehenden Kirchen abreißen ließ und in unmittelbarer Nähe die neue Kirche als seine Burgkapelle errichtete.
St. Mauritius wurde als barocke Saalkirche errichtet. Der heute für den Gesamteindruck der Kirche prägende Turm mit der geschweiften Haube wurde in den 1930er Jahren ergänzt.
Die danach dann wieder lange Zeit ungenutzte Pfarrkirche St. Mauritius verfiel zusehends und wurde erst ab 1978 umfassend saniert. Insbesondere wurden dabei Schäden am Mauerwerk und an den Dächern behoben. Bei Erdarbeiten fand man bis dato unbekannte oder in Vergessenheit geratene Bauteile: Fundamente eines barocken Kirchturmes, Überreste eines romanischen Taufsteines aus dem 13. Jahrhundert und eine Gruft unter der Kirche.
Um das Jahr 2020 waren wiederum Schäden an den Holzkonstruktionen des Turmes aufgefallen und erste provisorische Sicherungsmaßnahmen ergriffen. Nachdem einzelne Bauteile heruntergefallen waren, wurden wir im Jahr 2022 mit den Sanierungsmaßnahmen beauftragt.
Vorgehensweise
Aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit bzw. des erheblichen Aufwandes für ein Gerüst wurde entschieden, die Konstruktionen zunächst von einer Arbeitsbühne aus zu erkunden, um ein Aufmaß als Grundlage für die Erstellung von Bestandsplänen anzufertigen und ein Überblick über das Schadensbild zu bekommen.
Schadens- und Bauaufnahme erfolgten zunächst über einen mobilen Steiger von der Außenseite, um die äußeren Abmessungen und Konstruktionsdetails und -anschlüsse zu ermitteln.
Anschließend erfolgte ein Aufmaß innerhalb der Turmkonstruktionen im Bereich der Schalluken zur Ermittlung der wesentlichen, für die Sanierung der Fassadenkonstruktion notwendigen Konstruktionselemente und Unterkonstruktionen.
Die vorgefundenen Konstruktionen und die Schadensbilder wurden in einer ausführlichen Dokumentation in Text und Bild beschrieben, mehrere Sanierungsvarianten wurden vorgeschlagen und bewertet, mögliche Herstellungs-, Reparatur- und Montageverfahren unter Hinzuziehung von Fachfirmen untersucht.
In Abstimmung mit der Denkmalpflege wurden die Maßnahmen dann durch handwerklich mit solchen Aufgaben versierten Firmen über ein konventionelles Baugerüst abgewickelt.
Diese Vorgehensweise ermöglichte neben der sorgfältigen Schadensbetrachtung eine detailgetreue Bauaufnahme als Grundlage für die Fertigung und Fügung neu einzusetzender Bauteile, die sichere Sanierung der komplexen Schäden und auch die Überprüfung der gesamten weiteren Turmkonstruktionen wie Mauerwerk, Dachdeckungen, Blechanschlüsse und Fensterkonstruktionen.
Parallel zu diesen Maßnahmen galt es, die aktuellen Zugänge zu Glockenstube und Turmkonstruktionen in arbeitsschutztechnischer Hinsicht sicherzustellen.





















